Archive for Dezember 2010

Wilhelmsburger Steingut.

19. Dezember 2010

René Edenhofer: Wilhelmsburger Steingut. Lilien Porzellan. Markenführer 1795 – 1997. Lilien – Porzellan Preisführer 1959-1991. Eur 26.90 (incl. Versand).

Eigenverlag 2010 ISBN 978-3-9501460-7-3

www.wilhelmsburgersteingut.at

www.reneedenhofer.at

Das ist Knochenarbeit: René Edenhofer legt eine Aufstellung der Bodenmarken von Wilhelmsburger Steingut und Lilien – Porzellan vom Beginn der Wilhelmsburger Geschirrherstellung 1795 bis zur Schließung 1997 vor. Damit gibt er allen Fachleuten, Liebhabern und Sammlern ein Nachschlagwerk in die Hand, das eine präzise und eindeutige Zuordnung des Wilhelsmburger Geschirrausstoßes über mehr als 200 Jahre erlaubt. Voangestellt ist ein kurzer Abriß der wechselvollen Firmengeschichte, die sich in den Bodenmarken auf eindrucksvolle Weise spiegelt.

52 Steingutmarken und 23 Porzellanmarken werden beschrieben und mit zeitlich passenden Objekten bebildert. Damit ist ein Katalog entstanden, der in seiner Vollständigkeit einzigartig ist und dabei grafisch äußerst anspruchsvoll gestaltet ist. Es ist ein Vergnügen, eigene Stücke einzuordnen. Und man wird tatsächlich durchwegs fündig.

Beigelegt ist eine Broschüre, die die Verkaufspreise von Lilien – Porzellan der Form „Daisy“ im Dekor „Melange“, also dem Klassiker der Reihe, auflistet. Dazu wurden Preisbeobachtungen im Zeitraum März bis August 2010 zu Grunde gelegt.

Der Autor hat sich mit seinen Publikationen zur Wilhelmsburger Produktion, insbesondere zu Lilien – Porzellan, und zu Keramik im Allgemeinen einen ausgezeichneten Namen gemacht. Er kann als DER Experte angesehen werden. Seine Arbeiten haben die Renaissance von Lilien – Porzellan eingeleitet, zu einer Reihe von Ausstellungen geführt, und die Sammlerszene rund um die Marke mit kompetenter Information versorgt.

Richard Edl

Advertisements

A Gulasch und a Bier

16. Dezember 2010

Ferdinand Altmann: A Gulasch und a Bier. Von Wirtshäusern, Wirtsleuten und deren Gästen im Weinviertel.

Edition Winkler-Hermaden, 2010. ISBN 978-3-9502845-7-7 EUR 19,90

www.edition-wh.at

Da hat sich einer die Mühe gemacht, den Weinviertler Wirtshäusern nachzuspüren, hat das öffentlich kundgetan und hat tatsächlich Resonanz gefunden bei den zahlreichen Sammlern und Wirtsleuten, die in ihren Fotoschachteln Schätze bewahren. Ferdinand Altmann ist da eine runde Sache gelungen. Kreuz und quer durchs Weinviertel werden Wirtshäuser und deren (Kurz)geschichten vorgestellt, woraus ein unterhaltsames Panorama der Weinviertler Gastlichkeit entsteht, wie sie noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg intakt war. Mittlerweile braucht es Initiativen vom Land, um mühsam dem hinterherzulaufen, was in früheren Zeiten selbverständlich war, nämlich der gastronomischen Nahversorgung. Die „Wirtshauskultur“ gibt es nur mehr in ausgewählten Beispielen, die tatsächlich oft hervorragend sind, aber mit Nahversorgung nichts mehr zu tun haben.

Wir durchstreifen den Nordrand Wiens, das Kreuttal, die Gegend um Wolkersdorf, das Marchfeld, wir zechen entlang der Brünnerstraße und entlang der Bernsteinstraße, also im östlichen Weinviertel von der March bis zu den Leiser Bergen.

Martin Neid hat Texte beigesteuert und Alfred Komarek ein Vorwort. Damit ist viel Stimmung beigetragen, die sehr melancholisch getönt ist und etwas einfängt, was wir vielleicht gar nicht mehr zurückhaben wollen. So viel Sehnsucht verspüre ich, auch ein Kind des Weinviertler Dorfes, nicht nach dem Wirtshaus. Da verbinde ich auch sinnloses Besaufen, Prügeleien und unendlich viel stumpfsinniges Gerede damit.

Mit 120 Seiten und 159 Abbildungen liegt ein schön gemachtes (Bilder)Buch vor uns, wobei ein Hoppala verzeihlich erscheint: Auf Seite 82 wird uns die Fassade des Gasthaus Rauscher in Asparn an der Zaya als Falkensteiner Gemeindewirtshaus verkauft.

Richard Edl