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Widerstand im Weinviertel. Ein Widerstandsatlas.

17. März 2014

Manfred Pawlik: Widerstand im Weinviertel. Ein Widerstandsatlas.

Verlag Berger 2013

117 Seiten, kartoniert mit zahlreichen Fotos und Abbildungen

ISBN: 978-3-85028-558-2

www.verlag-berger.at/der-verlag-berger/presse/widerstand-im-weinviertel.html

Euro 17,-

 

Wer kennt sie nicht schon aus dem Schulunterricht, die Geschwister Sophie und Hans Scholl mit der Widerstandsgruppe MFwiderstandimwv„Die weiße Rose“ oder die Gruppe „05“,  deren Zeichen bis heute am Wiener Stephansdom zu sehen ist. Wer kennt jedoch die vielen Menschen, die ebenfalls mutig Widerstand gegen das NS-Regime leisteten, und nicht in die Geschichtsbücher oder in das kollektive Gedächtnis eingegangen sind?

Im Zuge des Niederösterreichischen Viertelfestivals im Weinviertel 2013 ruft uns Manfred Pawlik mit seinem Widerstandsatlas in Erinnerung, dass sich oft auch in kleinen Dörfern, wie er anhand der Gegend rund um Hollabrunn skizziert,  Menschen mit einer unglaublichen Courage den Nationalsozialisten widersetzten. Nach aufwendiger Recherchearbeit versucht Pawlik, gegliedert in unterschiedliche Formen des Widerstandes, Portraits der stillen Helden zu entwerfen respektive deren Leben zu rekonstruieren. Zweifelsohne war dies ein schwieriges Unterfangen, da Zeitzeugen kaum mehr zu finden bzw. schriftliche Quellen rar sind. Der Autor kontaktierte Nachfahren, lokale Historiker sowie Archivare und bezog sich häufig auf mündliche Überlieferungen und privat verwahrte Dokumente.

Besonders dramatisch und erschreckend, zugleich aber auch beeindruckend sind die Portraits von Anna Goldsteiner und Franz Cikanek. Beide ließen sich nicht von der NS-Propaganda blenden und wurden dafür grausam hingerichtet.

Das Thema Widerstand gegen das NS-Regime im Weinviertel ist  (bis jetzt noch)  wenig beachtet und kaum wissenschaftlich dokumentiert. Umso mehr ist das Werk Manfred Pawliks in diesem Sinne  zu schätzen, bewahrt er doch durch die Niederschrift seiner Recherche viele Helden von damals vor dem Vergessen. Störend bei der Lektüre sind allerdings zahlreiche Grammatikfehler und  schwer lesbare Satzkonstruktionen. Weiters fällt auf, dass bei fast jedem Kapitel vom Autor der mahnende Zeigefinger erhoben wird, obwohl die angeführten Gräueltaten eigentlich für sich sprechen.

MF

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