Archive for Dezember 2014

Kulturgut Weinpressen.

21. Dezember 2014

Wilhelm Schmid & Hans Traxler: Kulturgut Weinpressen. Baumpressen in Österreich aus fünf Jahrhunderten.

143 Seiten mit zahlreichen Abbildungen.

Eigenverlag, 2014.

ISBN 978-3-9500783-3-6   EURO 29.50

Erhältlich bei den Autoren: fwschmid@a1.net

hatraxler@gmail.com

 

Da haben sich zwei ältere Herren zusammengetan, die berufener nicht sein könnten, das Thema zu bearbeiten. Willi Schmid ist gewesener Architekt Schmid.TraxlerWeinpressenmit ganz tiefen Weinviertler Wurzeln und ebenso tiefem Verständnis für die Handwerkstradition. Hans Traxler ist ein Berufsleben lang mit Wein und Weinwirtschaft befasst gewesen, wobei ihm die historische Dimension seines Faches immer wichtiger geworden ist.

Damit bringt der eine die technische Seite des Themas und der andere die fachhistorische Perspektive ein. Gespickt mit unzähligen selbstproduzierten Fotos wird die Baumpresse analysiert und in allen funktionellen Details vorgestellt, bereichert durch grafische Aufbereitung. Dann wird der Leser eingeladen zu einem Streifzug durch die Jahrhunderte, zu Pressen in ganz Österreich. Das älteste Stück ist mit 1564 datiert, die jüngste Presse in der traditionellen Form stammt von 1942. Nachgereicht werden Skizzen, die die regionalen Unterschiede herausarbeiten.

Weniger Augenmerk wird auf stilistische und volkskundliche Merkmale gelegt, was der Qualität des Buches keinen Abbruch tut. Eine derart fundierte technische Analyse und einen österreichweiten Überblick hat es bisher noch nicht gegeben. Beide Herren, stramme 80er, haben ihre Lebenserfahrung und ihre intakte Bindung an die Traditon zu einem unverzichtbaren Extrakt destilliert.

RE

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Die Pfarrkirche von Altlichtenwarth. Archäologische und bauhistorische Untersuchungen.

21. Dezember 2014

Franz Sauer: Die Pfarrkirche von Altlichtenwarth. Archäologische und bauhistorische Untersuchungen.

Mit Beiträgen von Richard Edl, Karl Grossschmidt, Barbara Rendl, Andreas Rohatsch, Andrea Straub und Michael Urban

Reihe Fundberichte aus Österreich. Materialhefte. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt

Verlag Ferdinand Berger, 2014

ISSN 1993-1271

Euro 15.-

Erhältlich: Bundesdenkmalamt: nikolaus.hofer@bda.at                    Gemeindeamt Altlichtenwarth: gemeinde@altlichtenwarth.gv.at

AliSauerGaller

Der reich und wunderschön bebilderte Band gibt Einblicke in und um die Kirche von Altlichtenwarth. Franz Sauer leitet mit einem historischen Überblick über die regionale Ausbildung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen, eingebettet in die überregionale Entwicklung, die sehr gut die örtlichen Ereignisse in globalen Zusammenhang stellt, zwischen der Mitte des 11. Jahrhunderts bis in das ausgehende 13. Jahrhundert ein.

Der darauf folgende Beitrag bietet einen detaillierten Überblick über die archäologischen Fundstellen im Raum Altlichtenwarth.

DAliGallerSauerRohatschas dritte Kapitel behandelt die Bauphasen der Kirche von der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts bis in das 17. Jahrhundert. Besonders hilfreich sind dabei die übersichtlichen Baualterspläne. Grafisch sehr schön aufbereitet sind auch Statistiken zu den Nikolauspatrozinien in (Ost)österreich, zu denen die Altlichtenwarther Kirche zählt. Nicht nur wird angeführt, wo es Kirchen mit diesem Patronzinium im Burgenland, Niederösterreich und Wien gibt, es werden auch die Patrozinien österreichweit in einer Zeitleiste präsentiert. Anhand dieser wird die Häufung der dem hl. Nikolaus geweihten Kirchen zur Entstehungszeit der Altlichtenwarther Kirche deutlich. Darauf folgt die zeitliche Einordnung der Altlichtenwarther Fresken sowie eine Vorstellung des enthaltenen Bildprogramms. An diese Beiträge, die allesamt von Franz Sauer stammen, schließt Andreas Rohatsch mit zwei Beiträgen über die Baugesteine beziehungsweise die Marmorarten des Hochaltars der Kirche an.AliSauerGallerEdl

Der Altlichtenwarther Forscher Richard Edl widmet sich in seinem Beitrag dem örtlichen Kirchenfriedhof, der seit der Kirchengründung in Verwendung stand. Edl beschreibt hier nicht nur die Grabdenkmäler genau, er widmet sich in einem eigenen Abschnitt auch den dahinter stehenden Geschichten. Abgeschlossen wird der Band durch das Kapitel Skelette, Mumien und Scheintod von Karl Grossschmidt, Barbara Rendl, Andreas Straub und Michael Urban. Die zahlreichen untersuchten Bestattungen stammen sowohl vom Kirchenfriedhof als auch aus der Kirche selbst, wo einige der dort Beigesetzten auf natürlichem Wege mumifiziert wurden.

Wolfgang Galler