Kindheit und Schule im Ersten Weltkrieg.

Hannes Stekl, Christa Hämmerle, Ernst Bruckmüller (Hg): Kindheit und Schule im Ersten Weltkrieg.

Austriaca. Schriftenreihe des Institutes für Österreichkunde.

new academic press, 2015

200 Seiten, Paperback. Euro 28.-

ISBN 978-3-7003-1888-0

www.newacademicpress.at

Das Institut für Österreichkunde hat 2013 in St.Pölten zu einer Tagung gerufen, deren Ergebnis in diesem SteklSchuleErsterWeltkriegSammelband vorliegt. Kindheit und Schule im Ersten Weltkrieg werden als Forschungsthema unter den verschiedensten Gesichtspunkten vorgestellt. Christa Hämmerle und Hannes Stekl geben den europäischen Überblick, wobei Frankreich das Thema in den 1990er Jahren initiiert hat, der Forschungsstand in England und Deutschland dargelegt wird und mit den einschlägigen Arbeiten von Frau Hämmerle und anderen der spezifisch österreichische Zugang vorgestellt wird. In 10 Beiträgen von teilnehmenden Autoren werden Spezifika des Trentino (ehemals Welschtirol), Tirols, Salzburgs, Wiens und auch Niederösterreichs gezeigt.

Im Fokus der Besprechung steht natürlich der spezifisch niederösterreichische Blickwinkel. Ernst Langthaler, Leiter des Instituts für Geschichte des ländlichen Raums in St. Pölten, zeigt den Krieg an der „Schulfront“ anhand einer Schulchronik aus Frankenfels in der Ötscherregion, Standort der Landesausstellung NÖ 2015. Dabei wird deutlich, wie sehr die Lehrerschaft für die Kriegspropaganda instrumentalisiert wurde.  Ziel war wohl, Spenden- und Opferbereitschaft unter den Kindern und über die Kinder zu verstärken. Ein Altfoto von Krieg spielenden Buben (S. 33) aus Harmannsdorf-Rückersdorf im Weinviertel kann ergänzt werden durch ein ähnliches Foto aus Altlichtenwarth, 2003 von mir publiziert. Eine Gruppe von 28 etwa 7-10 jährigen Buben tragen Holzschwerter und Papierhelme, es gibt zwei Fahnenträger. Die Aufnahme stammt von 1917. (Richard Edl: Östliches Weinviertel. Alltag im Dorf. Reihe Archivbilder. Sutton Verlag, 2003).
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Erst die Thematisierung von Kindheit und Schule als Forschungsgegenstand ermöglicht die Zuordnung eines derartigen Fotofundes in zeitspezifische Bedingtheiten. Die Lektüre ist auch dem interessierten Laien durchaus zu empfehlen.

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