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Wir Kinder des Krieges.

3. Juni 2015

Andreas Kuba: Wir Kinder des Krieges. Eine Generation erzählt ihre Geschichte.
Ecowin, 2014
Hardcover, 328 Seiten, Euro 19,95
ISBN 978-3-7110-0065-1
http://www.ecowin.at

Zwei Dokumentarfilme haben in den letzten Jahren im Weinviertel Aufsehen erregt: „Heil Hitler – die Russen kommen“ erzählt in einer Interviewserie mit Weinviertler ZeitzeugInnen die Erfahrungen in der Nazi – Zeit vom „Anschluß“ bis zur „Befreiung“ des Weinviertels durch die Rote Armee aus Sicht der Kriegskinder. „Nĕmci Ven! – Deutsche raus!“ bringt wieder eine Interviewserie mit Opfern und Tätern der 1945 vertriebenen deutschen Südmährer. Beide Themen sind bis dahin kaum in der Öffentlichkeit diskutiert worden. Dahinter steht das engagierte Team um den Journalisten Andreas Kuba und den Produzenten Simon Wieland. Die beiden Weinviertler haben einen sensiblen Punkt getroffen, die Resonanz ist groß. Nach einer jahrelangen Roadtour mit unzähligen Vorführungen steht für „Nĕmci Ven!“ der Kinostart unmittelbar bevor. http://www.simonwieland.com/hh-start.html

KUBA.Wir Kinder des Krieges

Andreas Kuba legt mit dem Buch wieder eine Interviewserie vor. Kriegskinder aus Österreich und Deutschland erzählen ihre Geschichte. Die Interviews der 19 Frauen und Männer sind chronologisch montiert, von den ersten Erfahrungen mit Fliegerangriffen im Hinterland bis zum Schweigen nach dem Zusammenbruch Hitlerdeutschlands. Die traumatischen Erfahrungen der letzten noch lebenden Kriegsgeneration mussten ein Leben lang mitgetragen werden und haben in den Jahrzehnten der mühevollen Aufarbeitung von Kriegsschuld und Holocaust kaum öffentliche Beachtung gefunden. Kubas InterviewpartnerInnen berichten Erschütterndes als Kindersoldaten, als Gewaltopfer, als Betroffene mit traumatischen Verlusterlebnissen. Mit den Berichten wird nachvollziehbar, wie wenig Spielraum sie hatten, sich gegen Eltern und politisches System aufzulehnen.

Die Zeit ist überreif, die „Kinder des Krieges“ zu Wort kommen zu lassen, um einen wesentlichen Teil der Erfahrungen unserer Eltern und Großelterngeneration verstehen zu können. Gute Erinnerungsarbeit kommt der Gesellschaft insgesamt zu Gute. Es gibt Schwarz und Weiß, aber auch viel dazwischen. Dem Buch und den Filmen sei viel Publikum gewünscht.
RE

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