Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya.

Rudolf FÜRNKRANZ: Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya. Von den Anfängen bis 1600.

Edition Weinviertel, 2016

Gebunden, 304 Seiten, 67 Abbildungen

ISBN 978-3-902589-62-0

Euro 24.20

www.edition-weinviertel.at

Rudolf Fürnkranz, Stadthistoriker von Laa an der Thaya, fügt mit dem vorgelegten Werk einen weiteren großen Baustein zu seiner monumentalen Stadtgeschichte hinzu: „Von den Anfängen bis 1600“. Der Band „1800 – 2000“ liegt bereits in der zweiten Auflage vor. Die noch fehlenden Jahrhunderte 1600 – 1800 werden bestimmt folgen, dem Autor sei für den Abschluss seines großen Alterswerks von Herzen Gesundheit und Kraft gewünscht.

Fürnkranz durchforstet nach einem Vorspann zur Ur- und Frühzeit die Geschichte der Stadt seit ihrer Gründung durch den Babenbergerherzog Leopold VI um 1207. Fürnkranz.LLThaya10.4.2016Laa ist als Grenzfestung gegen die Böhmen angelegt worden, möglich geworden durch Mittel aus dem enormen Lösegeld für die Freilassung von Richard Löwenherz. Wir begleiten den Autor durch die Böhmenherrschaft bis zur Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen 1278, durch die Zeit der Machtübernahme der Habsburger, durch Katastrophen mit Hunger und Pest im 14. Jahrhundert, durch die Hussiteneinfälle, durch die vorübergehende Übernahme der Stadt durch den Ungarnkönig Mathias Corvinus 1486.

Die reichen Pfründe der Pfarre Laa haben ihr immer wieder prominente Pfarrherrn beschert, wie etwa den Astronomen Johannes von Gmunden. Nicht bestätigt werden konnte die alte Legende, dass Aeneas Silvius Piccolomini, der spätere Papst Pius II, Pfarrherr in Laa gewesen sei. Noch in meiner Laaer Gymnasialzeit wurde das wenig schmeichelhafte Bonmot, das von Piccolomini gestammt haben soll, im Geschichtsunterricht erzählt: „Venedig und Laa haben etwas gemeinsam: Während Venedig im Wasser versinkt, versinkt Laa im Sumpf.“

Erzählt wird weiters von Judenverfolgung, von den religiösen Wirren des 16. Jahrhunderts mit zunehmender Verbreitung des Protestantismus, von den Wiedertäufern, die zwar als ausgezeichnete Handwerker von manchen Herrschaften geduldet wurden, im Zuge der Gegenreformation aber doch der Vertreibung nicht entrinnen konnten. Auf der Ruine Falkenstein wird an das Schicksal der heute in den USA noch fortbestehende Glaubensgemeinschaft erinnert. Anfgang des 17. Jahrhunderts ist Laa, wie das ganze Weinviertel, wieder katholisch (gemacht) geworden.

Fürnkranz hat als Ein-Mann-Projekt eine beeindruckende Leistung vorgelegt. Als ausgebildeter Historiker vom alten Schlag ist er ein Glücksfall für die Stadt, der Streifzug durch die ganze abendländische Geschichte, fokusiert auf „sein“ Laa, ist eine mehr als lesenswerte Visistenkarte für eine Stadt mit viel Vergangenheit.

RE

 

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Eine Antwort to “Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya.”

  1. Christa Ruehs Says:

    Danke für diese sehr konkrete und übersichtliche Charakterisierung des Buches zur Geschichte der Stadt Laa/ Thaya. Es ist eine tolle Einladung, dieses Buch zu lesen – das nicht nur die Geschichte dieser Stadt sehr lebendig und lebens- nah dem Leser nahe bringt, sondern eine Geschichte der ganzen Grenz- Region des Weinviertels. Dies vermittelt die Rezension sehr anschaulich. Ich freue mich darauf, das Buch zu lesen! Ch. Ruehs

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