Meeresstrand und Mammutwiese.

Thomas HOFMANN, Mathias HARZHAUSER & Reinhard ROETZEL: Meeresstrand und Mammutwiese. Geologie und Paläontologie des Weinviertels

138 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

Edition Winkler-Hermaden, 2019.

ISBN 978-3-9504625-5-5  EURO 21,90

http://www.edition-wh.at/

Drei fachlich versierte Autoren versuchen die Geologie und Paläontologie des Weinviertels einem interessierten Laienpublikum näher zu bringen: Thomas Hofmann, thematisch und publizistisch erfahrener Mitarbeiter der Geologischen Bundesanstalt, Mathias Harzhauser, Paläontologe und Abteilungsdirektor der geologisch-paläontologischen Abteilung am Naturhistorischen Museum, und Reinhard Roetzel, Leiter der Fachabteilung Sedimentgeologie an der Geologischen Bundesanstalt.

In den ersten beiden Kapiteln geben sie einen Überblick über die geologische Hofmann.MeeresstrandMammutwiese07.07.2019Großlandschaft Weinviertel und deren Entwicklung. Die „Zeitreise quer durch 600 Millionen Jahre“ erklärt die Entstehung von Granit, dem ältesten Gestein, bis hin zum Löss, der landschaftsprägenden oberflächlichsten und jüngsten Formation. Die folgenden Kapitel widmen sich mehr oder weniger bekannten geologischen und paläontologischen Fundstellen wie dem Maissauer Amethyst, den berühmten Eggenburger Funden des Pioniers Krahuletz an den Ufern des Urmeeres Parathetys,  dem Muschelberg von Nexing, der Austernbank vom Teiritzberg oder den Erdöllagerstätten des östlichen Weinviertels. Letztere bieten durch ihre intensive Beforschung mit Tiefbohrungen den Geologen besonders viel Informationsmaterial.

Der bunte cartoonähnliche Buchdeckel, die reiche Bebilderung und die flotten  Kapitelüberschriften täuschen: Es handelt sich keineswegs um eine leichte, mit einem Sommerkrimi vergleichbare Lektüre. Die Abfolge der Erdzeitalter, die komplexen Entwicklungen der Höhe des Meersespiegels oder auch  geologische Grundbegriffe, die Fachleuten selbstverständlich sind, muss sich die Leserin/der Leser erst erarbeiten! Oder wer hat sofort die Bedeutung für Begriffe wie Molassezone und geologische Störung oder die zeitliche Einordnung von Pleistozän und Eozän parat? Nicht alles ist dann auch dem Text zu entnehmen. Zum Beispiel war es mir nicht einleuchtend, warum die schöne geologische Zeittafel der letzten 23 Millionen Jahre im Weinviertel zwei unterschiedliche Spalten mit anderen Namen für ähnliche Zeiträume zeigt. Erst Professor Google hat mir erklärt, dass die zeitliche Standardgliederung in unterschiedlichen Teilen der Welt je nach paläontologisch bedeutsamen Großräumen bzw. Fundorten auch andere Namen hat, also das Eggenburgium eben nur im Raum Paratethys so heißt, international eine Unterteilung des frühen Miozäns mit Anteilen des Aquitaniums und Burdigaliums ist und in Norddeutschland wiederum völlig anders bezeichnet wird. Trotzdem ist diese Übersichtstafel zur Orientierung sehr schön, die wichtigsten Fossilienfunde des Weinviertels sind chronologisch übersichtlich abgebildet.

Aber das ist Jammern auf höherem Niveau. Allen Interessenten der Weinviertelkunde bietet dieses Buch einen weiteren Puzzlestein für ihre Leidenschaft – und wenn man sich beim Lesen etwas intensiver in die Thematik vertiefen muss, wird das Vergnügen noch erhöht!

HD

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