Weinparadies westliches Weinviertel

Weinparadies westliches Weinviertel

Erich PELLO: Weinparadies westliches Weinviertel. Mit einem dramatischen Vorwort von Peter Turrini und einem tiefgründigen Nachwort von Thomas Hofmann

132 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

Edition Winkler-Hermaden, 2019.

ISBN 978-3-9504720-6-6   EURO 21,90

http://www.edition-wh.at/


Erich Pello, ein weinbewegter Erkunder seiner Wahlheimat Oberretzbach und des sich herum erstreckenden westlichen Weinviertels, entwirft mit seinen Recherchen ein vielfältiges Panorama der Region zwischen Manhartsberg und Ernstbrunner Wald, von der tschechischen Grenze bis an die Wagramgegend . Vom Wein und seiner Geschichte ist die Rede, vom Weinviertler Aushängeschild Grüner Veltliner und seinen genetischen Vorfahren, von unterschätzten Sorten wie Roter Veltliner und Blauer Portugieser.  In Interviews mit dem Wegbereiter der regionalen Weinqualität Gerhard Redl, mit Weinbauern aus Haugsdorf, Retz, Untermarkersdorf, Zellerndorf und anderen wohlklingenden Weinorten ist die Suche nach hoher Qualität, regionaler Eigenart und zeitgemäßer Stilistik klar und deutlich zu spüren.

Für die Retzer Gurke wird eine Lanze gebrochen und für die Haugsdorfer Sparkassa, eine der letzten lokalen Banken, die vom entsprechenden Sparkassenverein getragen wird. Das Pulkautal, das Schmidatal, die Hollabrunner Gegend, Eggenburg und der Manhartsberg werden auf kulturellen Gehalt abgeklopft. Die Fülle an Denkmälern ist unglaublich reichhaltig, so wie es der Wein der Gegend heute ist, dessen ausgezeichneten Ruf erst die Qualitätsoffensive nach dem Weinskandal gebracht hat.

Nicht ganz glücklich erscheint mir der an eine Werbeaktion des Tourismusverbandes gemahnende Titel. Bei „Weinparadies westliches Weinviertel“  denken wir unbedarfte LeserInnen an Gutscheine für eine Weinprobe oder ein besonders preiswertes Package für ein Romantikwochenende zu zweit.

Das Buch ist aber weit weg von einem billigen Marketingprodukt. Erich Pello ist nicht nur ein sachlicher Erkunder, er läßt uns auch die Leidenschaft spüren, mit der er sein Thema verfolgt. Damit gelingt ihm eine Begeisterung weiterzugeben, die große Lust auch in einem gestandenen (östlichen) Weinviertler weckt, das Pulkautal und das Retzer Land önologisch zu erkunden.

Die reichhaltige Bebilderung – eigene Fotos und historische Bilder – lässt uns wie bei einem Spaziergang eintauchen in die heutige und in die historische Weinwelt. Alfred Komarek ist selbstverständlich zu begegnen – Polt läßt grüßen – und Peter Turrini steuert ein entzückendes Dramolett als Einstimmung bei. Beschlossen wird es von einer geologischen Erkundung durch den „Chefgeologen“ des Weinviertels Thomas Hofmann.

Facit: Das Buch ist lesenswert und die Edition Winkler-Hermaden versteht es, Bücher zu machen!

RE

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