Archive for the ‘Bildband’ Category

Mein Marchfeld. Texte von Leopold Hnidek.

4. Juli 2015

Laf Wurm: Mein Marchfeld. Texte von Leopold Hnidek.

Verlag alex-buch, 2014

ISBN 978-39503668-1-5

75 Seiten, Hardcover

Euro 24.90

http://www.alex-buch.at
shop@alex-buch.at

 

„Sein Marchfeld“ präsentiert Gottfried Laf Wurm in bekannter und gewohnter Weise: mit rund 30 FarblinoldruckenMF LafWurm stellt er seine Heimat dar. Jeder Ortschaft ist eine Doppelseite gewidmet. Neben den farbenfrohen Landschaftsbildern ergänzen kurze Texte von Lepold Hnidek auf eine sehr pointierte Art und Weise die Sicht auf die verschiedenen Orte, Städte und Dörfer, in der sich der Künstler zu Hause fühlt.
Die Kombination von den Linoldrucken, die bekannte Ansichten mit den „Sehenswürdigkeiten“ oder sogenannten „landmarks“ der verschiedenen Orte zeigen, und den Kurztexten, die wie spontane launige Kommentare des Schriftstellers zu dem Dargestellten wirken, macht ein Durchblättern und Verweilen für den Leser besonders reizvoll.
Insgesamt ist das Werk ein gelungener handlicher Bildband, der sich vor allem als Mitbringsel oder Geschenk für „Marchfeld-Kenner“ hervorragend eignet.

MF

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Die Pfarrkirche von Altlichtenwarth. Archäologische und bauhistorische Untersuchungen.

21. Dezember 2014

Franz Sauer: Die Pfarrkirche von Altlichtenwarth. Archäologische und bauhistorische Untersuchungen.

Mit Beiträgen von Richard Edl, Karl Grossschmidt, Barbara Rendl, Andreas Rohatsch, Andrea Straub und Michael Urban

Reihe Fundberichte aus Österreich. Materialhefte. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt

Verlag Ferdinand Berger, 2014

ISSN 1993-1271

Euro 15.-

Erhältlich: Bundesdenkmalamt: nikolaus.hofer@bda.at                    Gemeindeamt Altlichtenwarth: gemeinde@altlichtenwarth.gv.at

AliSauerGaller

Der reich und wunderschön bebilderte Band gibt Einblicke in und um die Kirche von Altlichtenwarth. Franz Sauer leitet mit einem historischen Überblick über die regionale Ausbildung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen, eingebettet in die überregionale Entwicklung, die sehr gut die örtlichen Ereignisse in globalen Zusammenhang stellt, zwischen der Mitte des 11. Jahrhunderts bis in das ausgehende 13. Jahrhundert ein.

Der darauf folgende Beitrag bietet einen detaillierten Überblick über die archäologischen Fundstellen im Raum Altlichtenwarth.

DAliGallerSauerRohatschas dritte Kapitel behandelt die Bauphasen der Kirche von der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts bis in das 17. Jahrhundert. Besonders hilfreich sind dabei die übersichtlichen Baualterspläne. Grafisch sehr schön aufbereitet sind auch Statistiken zu den Nikolauspatrozinien in (Ost)österreich, zu denen die Altlichtenwarther Kirche zählt. Nicht nur wird angeführt, wo es Kirchen mit diesem Patronzinium im Burgenland, Niederösterreich und Wien gibt, es werden auch die Patrozinien österreichweit in einer Zeitleiste präsentiert. Anhand dieser wird die Häufung der dem hl. Nikolaus geweihten Kirchen zur Entstehungszeit der Altlichtenwarther Kirche deutlich. Darauf folgt die zeitliche Einordnung der Altlichtenwarther Fresken sowie eine Vorstellung des enthaltenen Bildprogramms. An diese Beiträge, die allesamt von Franz Sauer stammen, schließt Andreas Rohatsch mit zwei Beiträgen über die Baugesteine beziehungsweise die Marmorarten des Hochaltars der Kirche an.AliSauerGallerEdl

Der Altlichtenwarther Forscher Richard Edl widmet sich in seinem Beitrag dem örtlichen Kirchenfriedhof, der seit der Kirchengründung in Verwendung stand. Edl beschreibt hier nicht nur die Grabdenkmäler genau, er widmet sich in einem eigenen Abschnitt auch den dahinter stehenden Geschichten. Abgeschlossen wird der Band durch das Kapitel Skelette, Mumien und Scheintod von Karl Grossschmidt, Barbara Rendl, Andreas Straub und Michael Urban. Die zahlreichen untersuchten Bestattungen stammen sowohl vom Kirchenfriedhof als auch aus der Kirche selbst, wo einige der dort Beigesetzten auf natürlichem Wege mumifiziert wurden.

Wolfgang Galler

Es geschah im Weinviertel.

15. September 2014

Thomas HOFMANN: Es geschah im Weinviertel. Neuigkeiten und Bilder von damals. Östliches Weinviertel und Marchfeld

132 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Matt cellophanierter Pappband.

Edition Winkler-Hermaden, 2014.

ISBN 978-3-9503739-1-2   EURO 19,90

http://www.edition-wh.at/

Thomas Hofmann, Weinviertel-Autor mit erstaunlicher Produktivität*, hatte wieder eine blendende Idee: „Es geschah im Weinviertel“ HOFMANN.Es geschah im Weinviertelversammelt Zeitungsartikel von 1790 – 1933, die von Ereignissen aus dem Weinviertel berichten. Aus unterschiedlichsten Printmedien recherchiert, werden die „Neuigkeiten von damals“ in mehreren Kapitel präsentiert. Von „Imperialen Begegnungen“, „Winzern und Wirten“ bis zu „Fortschritt kehrt ein“ und „Freud und Leid im Weinviertler Alltag“ spannt sich der Bogen. Quellen sind unter anderen die „Wiener Zeitung“, „Die Presse“, die „Niederösterreichische Volks- und Vereinszeitung“, der „Marchfeldbote“, aber auch die „Innsbrucker Nachrichten“. Hofmann nützt dazu das Online-Portal ANNO – Austrian Newspapers Online ( http://anno.onb.ac.at/: ) der Österreichischen Nationalbibliothek, das eine derartige Recherche deutlich vereinfacht.

Dazu kommt sehr gutes Bildmaterial. Jedem Artikel ist eine historische Abbildung beigegeben, die den Ort des Geschehens in alter Ansicht zeigt und manchmal auch punktgenau die Geschichte illustriert. Das Zusammenspiel von Text und Bild bietet neben Lesevergnügen auch große sinnliche Qualität.

RE

*hier nachzulesen: Ziegelöfen, Brünnerstraßler, Weinviertel. Land und Leute, Das Weinviertel und das Marchfeld

Militaria auf Keramik.

3. August 2014

René EDENHOFER: 1914 – 1918. Militaria auf Keramik. Patriotische Dekore auf Wilhelmsburger Steingut.

Vorwort von Christian Ortner, Heeresgeschichtliches Museum Wien

88 Seiten mit 136 meist farbigen Abbildungen

Eigenverlag René Edenhofer, 2014

ISBN 978-3-9501460-0-4   Euro 24,90

http://www.wilhelmsburgersteingut.at/html/bestellungen.php

Die Produktpalette des niederösterreichischen Steingutherstellers aus Wilhelmsburg scheint unerschöpflich. Keramikfachmann aus ReneEDENHOFER.Militaria2014-07-27Leidenschaft René Edenhofer bleibt dem Thema Wilhelmsburg in immer neuen Facetten treu*. 2013 waren es die Uhrblätter, jetzt folgen Militaria rund um den Ersten Weltkrieg aus der damals noch „k.k. privilegierten Wilhelmsburger Steingutfabrik“.

Patriotische Dekore auf Wilhelmsburger Steingut gibt es in einer Vielfalt, die man nicht geahnt hätte. Edenhofer liefert, bereits vor 1914 beginnend, eine Chronologie der Produktion, die vor allem in den Jahren 1914 und 1915 bunteste Blüten hervorbringt. In einer peniblen Recherche werden Formenvielfalt und Firmengeschichte geboten, die das eher abseitige Thema zu einem spannenden Lehrgang für Zeitgeschichte machen. Faszinierend ist die Entdeckung der Bildvorlagen des figürlichen Keramikdekors, meist Postkartenmotive, die im Buch sehr anschaulich gegenübergestellt werden. Die Kooperation mit dem Heeresgeschichtlichen Museum in Wien sorgt für kompetenten militärgeschichtlichen Hintergrund bis ins Detail.

Professionell werden Angaben zu allen Aspekten der Keramik inklusive Markung und Varianten angeführt, die das Büchlein für Sammler zum unverzichtbaren Standardwerk machen. Der Autor versteht es, wie gewohnt, sein Werk mit hoher Qualität zu bebildern und zu layouten. Schauvergnügen ist garantiert.

RE

*Hier nachzulesen: Uhrblätter, Daisy. Liebling der Massen, Wilhelmsburger Steingut

A Gulasch und a Bier

16. Dezember 2010

Ferdinand Altmann: A Gulasch und a Bier. Von Wirtshäusern, Wirtsleuten und deren Gästen im Weinviertel.

Edition Winkler-Hermaden, 2010. ISBN 978-3-9502845-7-7 EUR 19,90

www.edition-wh.at

Da hat sich einer die Mühe gemacht, den Weinviertler Wirtshäusern nachzuspüren, hat das öffentlich kundgetan und hat tatsächlich Resonanz gefunden bei den zahlreichen Sammlern und Wirtsleuten, die in ihren Fotoschachteln Schätze bewahren. Ferdinand Altmann ist da eine runde Sache gelungen. Kreuz und quer durchs Weinviertel werden Wirtshäuser und deren (Kurz)geschichten vorgestellt, woraus ein unterhaltsames Panorama der Weinviertler Gastlichkeit entsteht, wie sie noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg intakt war. Mittlerweile braucht es Initiativen vom Land, um mühsam dem hinterherzulaufen, was in früheren Zeiten selbverständlich war, nämlich der gastronomischen Nahversorgung. Die „Wirtshauskultur“ gibt es nur mehr in ausgewählten Beispielen, die tatsächlich oft hervorragend sind, aber mit Nahversorgung nichts mehr zu tun haben.

Wir durchstreifen den Nordrand Wiens, das Kreuttal, die Gegend um Wolkersdorf, das Marchfeld, wir zechen entlang der Brünnerstraße und entlang der Bernsteinstraße, also im östlichen Weinviertel von der March bis zu den Leiser Bergen.

Martin Neid hat Texte beigesteuert und Alfred Komarek ein Vorwort. Damit ist viel Stimmung beigetragen, die sehr melancholisch getönt ist und etwas einfängt, was wir vielleicht gar nicht mehr zurückhaben wollen. So viel Sehnsucht verspüre ich, auch ein Kind des Weinviertler Dorfes, nicht nach dem Wirtshaus. Da verbinde ich auch sinnloses Besaufen, Prügeleien und unendlich viel stumpfsinniges Gerede damit.

Mit 120 Seiten und 159 Abbildungen liegt ein schön gemachtes (Bilder)Buch vor uns, wobei ein Hoppala verzeihlich erscheint: Auf Seite 82 wird uns die Fassade des Gasthaus Rauscher in Asparn an der Zaya als Falkensteiner Gemeindewirtshaus verkauft.

Richard Edl

Brünner Straße – Rezension

24. September 2009

Christian JOSTMANN unter Mitarbeit von Lukas FASORA (Text) und Ulrich WINKLER-HERMADEN (Bild): Die Brünner Straße. Eine Geschichte des Verkehrsweges von Wien nach Brünn in Bildern.

Edition Winkler-Hermaden 2009. ISBN 978-3-9502688-6-7 EUR 19,90

www.edition-wh.at

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Es ist DIE Transitroute durch das Weinviertel und es war die Straße, die dem Wein der Region einst den Namen gegeben hat: die Brünner Straße, Lebensader und Fluch zugleich. Jetzt, wo sie beinahe ausgedient hat – 2010 soll der erste Abschnitt der Nordautobahn eröffnet werden – ist ihr ein Buch gewidmet. An Hand von über 130 Altfotos und kundigen Bildtexten durchmessen wir die Straße, vom Wiener Spitz bis zur Videnska (Wiener Straße) in Brünn, und machen auf dem Weg viele Stationen, um all das zu erfahren, was das Leben an einem großen Verkehrsweg ausgemacht hat. Wir begegnen den Weinfuhrwerkern, die den Brünnerstrassler in die Stadt liefern, wir treffen Gütertransporte und Handelsreisende, Postkutschen und Soldaten, und wir lernen die Orte und ihre Bewohner kennen, die an und mit der Straße leben. So entsteht eine Kulturgeschichte vom 18. bis ins 21. Jahrhundert, die längst fällig war und die in Zusammenarbeit mit tschechischen Fachleuten ein stimmiges Bild einer wieder zusammengewachsenen Region ergeben. Der Verlag hat mit seiner ersten Weinviertel-spezifischen Publikation einen großen Wurf geschafft mit einem Thema, das quasi auf der Straße gelegen ist und bisher niemand aufgehoben hat.

Noch ein nachgereichter Hinweis: Die Chronik des Weinhauers Georg Anger aus Ketzelsdorf hätte noch mehr Lebensnähe zu den Soldaten – Einquartierungen entlang der Straße geliefert. Anger hat einen erschütternden Bericht über seine leidvollen Erfahrungen mit napoleonischen Soldaten im Jahre 1805 hinterlassen – (aufbewahrt im Weinviertler Museumsdorf).

Richard Edl