Archive for the ‘Literatur’ Category

Geschichten aus Bruck an der Leitha, Burgenland und dem Weinviertel. Band 3.

16. November 2014

Michael Krickl: Geschichten aus Bruck an der Leitha, Burgenland und dem Weinviertel. Band 3.

Herausgegeben von Irene und Detlev Gamon. Selbstverlag, 2013.

ISBN 978-3-9503371-3-6

352 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag.

Euro 21,90

gamon@aon.at

Irene und Detlev Gamon, Obere Landstraße 103, A-2130 Hüttendorf

+43 (0)2572/32307

Die Krickl-Trilogie ist jetzt komplett. Michael Krickl ist dem Weinviertel (und darüber hinaus) ganz zurückgegeben. Band 1KricklBruckWeinviertelBand3 und Band 2 wurden hier bereits vorgestellt. Krickl (1883 – 1949) lebt ab 1931 bis zu seinem Tod in Bruck an der Leitha. Damit rückt er thematisch zunehmend vom Weinviertel ab. Die hier versammelten Texte stammen aus der letzten Lebensphase vorwiegend mit Themen rund um Bruck und dem nahen Burgenland. Das Ehepaar Gamon hat viel Mühe aufgewandt, den Autor in seiner Gesamtheit herauszubringen. Dafür gebührt ihnen großer Dank. Dieser letzte Band bringt aber kaum mehr Neues und ist eher gekennzeichnet von Krickls Kooperation mit dem Nazi-Regime. Band 3 sei nur der Vollständigkeit halber vorgestellt.

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Geschichten aus dem Weinviertel. Band 2.

10. Februar 2013

Michael Krickl: Geschichten aus dem Weinviertel. Band 2.

Herausgegeben von Irene und Detlev Gamon. Selbstverlag, 2012.

ISBN 978-3-9503371-2-9

Hardcover mit Schutzumschlag, 384 S.

Euro 21,90

gamon@aon.at

Irene und Detlev Gamon, Obere Landstraße 103, A-2130 Hüttendorf

+43 (0)2572/32307

KRICKLWeinviertelband2.07022013

Jetzt ist der zweite Band der „Geschichten aus dem Weinviertel“ da. Es ist nicht notwendig, die Qualität und die Authentizität der Texte noch einmal zu betonen, das ist bereits in der vorstehenden Besprechung festgestellt worden. Detlev und Irene Gamon haben ihr Projekt „Krickl“ auf drei Bände angelegt, wobei Band 1 und 2 die „Geschichten aus dem Weinviertel“ versammeln, Band 3, der noch 2013 erscheinen soll, wird „Geschichten aus Bruck an der Leitha und dem Burgenland“ bringen. Bruck an der Leitha ist Krickl‘s letzte berufliche Station. Ab 1931 ist er Direktor der Knabenhauptschule. In Bruck verbringt er auch seinen Lebensabend und verstirbt 1949.

Der Band 2 der Weinviertler Geschichten ist genauso angelegt wie Band 1, es gibt die „biographischen Geschichten“, die den größten Teil der Sammlung ausmachen und es gibt drei kleinere Kapitel, nämlich „Geschichten aus dem sozialen Umfeld“, „Dorfgeschichten Weinviertel“ und „Landschaftsschilderungen Weinviertel“. Nachgestellt sind wieder eine Reihe von Anhängen, die zu „Mundart, Personen und Orte“ Auskunft geben sowie ein ausführliches Quellenverzeichnis bieten.

Noch reichhaltiger als im Band 1 ist die Bebilderung mit zeitgenössischem Fotomaterial, das im Zuge der Recherche zusammengetragen werden konnte. Die Gründlichkeit, mit der die Herausgeber gearbeitet haben, wurde bereits von niemand geringerem als Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, gewürdigt, wie auf dem Klappentext dieses Bandes nachzulesen ist. Dem ist nur beizupflichten.

Die im Band 2 versammlten Geschichten unterscheiden sich qualitativ nicht von den Geschichten im Band 1. Es war die Fülle des Materials, die die Aufteilung notwendig machte. Eine geographische Unterscheidung erfolgt mit dem geplanten dritten Band, wie bereits oben angegeben. Eine vollständige Werkausgabe werden die drei Bände dennoch nicht sein, wie Detlev Gamon mitteilt. Manches von den späteren Texten (nach 1938) sei von den ideologischen Vorgaben der Nazi-Zeit beeinflusst und daher nicht aufgenommen worden.

Krickl und Fürnkranz, zwei Berichterstatter aus dem entschwundenen Dorf der Kindheit

Es lohnt sich, die Krickl’schen Texte mit der Schilderung der Weinviertler Kindheit von Rudolf Fürnkranz  zu vergleichen, dessen Buch „Der Schimmel aus der Grundlos“ schon vorgestellt wurde.

Krickl, Jahrgang 1883, ist etwa zwei Generationen älter als Rudolf Fürnkranz,  Jahrgang 1939. Beide schöpfen aus einer glücklichen Kindheit, die untrennbar mit dem Weinviertler Dorf verbunden ist. Beide sind dann in die Stadt gegangen, und beide haben sich ihre Kindheit als Inspirationsquelle bewahrt.

Krickl’s stärksten Texte sind die biographischen, die auch den größten Anteil an seinem Werk haben. Mit dem Rückgriff auf die eigene Kindheit in Form der Ich-Erzählung erreicht der Autor eine große Authentizität und Lebendigkeit. Verstärkt wird die Unmittelbarkeit des Erzählten durch die Mundart, die bei der direkten Rede verwendet wird.

Fürnkranz verfährt ganz ähnlich. Auch er nimmt die Erzählperspektive des Rückgriffs auf die Kindheit in Form der Ich-Erzählung ein, auch er berichtet mit großer Detailfreude und Genauigkeit. Fürnkranz verwendet die Mundart bei der direkten Rede in gleicher Weise wie Krickl, mit dem gleichen Effekt einer großen Unmittelbarkeit. Damit liefern uns die Autoren jeweils Zeitschnitte einer dörflichen Lebenswelt, die etwa 50 Jahre auseinanderliegen.

Die Quellenlage für dörfliche Lebensverhältnisse im Weinviertel aus der Sicht  der Betroffenen ist dünn. Die detailreiche Abschilderung des Lebens und Arbeitens machen die Texte zu einer wertvollen Quelle für volkskundliche/ wirtschaftsgeschichtliche/ soziologische Fragestellungen. Auch wenn mit einer Verklärung zu rechnen ist, liegt doch eine Zeitzeugenschaft vor, die sonst nicht mehr verfügbar ist.

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Geschichten aus dem Weinviertel. Band 1.

10. Oktober 2012

Michael Krickl: Geschichten aus dem Weinviertel. Band 1.

Herausgeber: Irene und Detlev Gamon.

Selbstverlag, Hüttendorf 2012.

ISBN 978-3-9503371-1-2.

EUR 21,90.

Bestellung: gamon@aon.at.

Tel: 0664/911 72 86 oder 02572/32307.

Adresse: Irene und Detlev Gamon, Obere Landstraße 103, 2130 Hüttendorf.

Die Entdeckung des Jahres: Ein Ehepaar aus Hüttendorf forscht nach der Geschichte seines Hauses und stößt dabei auf einen völlig vergessenen Schriftsteller, der zu Lebzeiten nur in Zeitschriften publiziert hat und danach nicht mehr rezipiert wurde. Es handelt sich um Michael Krickl (1883 – 1949), einen Bauernsohn aus Wultendorf, der Lehrer wird und an mehreren Schulen im Weinviertel unterrichtet. Schließlich wird er Direktor der Knabenhauptschule in Bruck an der Leitha und beschließt damit seinen Berufsweg. Das rührige Ehepaar findet MitarbeiterInnen und macht sich ans Werk, den Schriftsteller Krickl ins Weinviertler Bewußtsein zurückzubringen. Jetzt ist Band 1 erscheinen, mit dem Titel „Geschichten aus dem Weinviertel“, zwei weitere sind geplant.

Was Krickl bietet, sind Geschichten aus dem Dorf, vielfach mit autobiographischem Hintergrund, mit realen Personen und dem realen Wultendorf als Ort der Handlung. Krickl zeichnet dabei aus Kindheitserlebnissen ein Panorama, das unglaublich füllig, detailreich und authentisch eine Welt beschreibt, die untergegangen ist und von der wir heute herzlich wenig wissen. Es ist zu lesen, wie es mit dem Tenntreten war, wie die Gänse Nachwuchs bekommen, was der Hüterbub zu tun hatte, wie der erste Schultag verlaufen ist und vieles mehr. Der bäuerliche Jahreslauf ist aus Kinderperspektive abgebildet und in Geschichten eingefangen. Die scharfe Beobachtung und präzise Beschreibung der dörflichen Lebenswelt ist bestechend und damit auch wertvolle Quelle für Alltagsgeschichte, wie es das Museumsdorf in Niedersulz vermitteln möchte. Dabei läßt Krickl sein Personal bei direkter Rede in Mundart sprechen, was nicht nur der Authentizität zugute kommt, sondern auch die Sprache bewahrt. Die Geschichten sind jeweils bloß einige Seiten lang, vom Herausgeber in drei Kapitel gegliedert: biographische Geschichten, Dorfgeschichten und Landschaftsschilderungen. Beigegeben ist ein ausführlicher Anhang mit Erläuterungen zu Mundartausdrücken, Personen und Orten sowie ein Quellenverzeichnis. Zahlreiche SW-Abbildungen begleiten die Texte.

Richard Edl