Die Liechtenstein.

11. Januar 2017

Wolfgang GALLER: Die Liechtenstein. Grundherren und Landwirtschaftsreformer im nordöstlichen Niederösterreich und im angrenzenden Mähren.

44 Seiten, Format A4, geheftet, Farbumschlag, 24 Abbildungen

Driesch Verlag, 2016.

ISBN 978-3-902787-44-6 EURO 15.-

http://www.drieschverlag.org/

Wolfgang Galler liefert zu der Ausstellung „Die Fürsten von Poysdorf“ im Stadtmuseum „Vino Versum“ eine Zusammenstellung der Liechtensteinischen Reformansätze in den unterschiedlichen Bereichen der Landwirtschaft. Der Bogen spannt sich vom 16. galler-liechtenstein08-01-2017Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg. Weinbau spielte in den fürstlichen Gütern im nordöstlichen Weinviertel und in Südmähren eine große Rolle. Wichtige Verbesserungen der Weinproduktion kamen etwa vom Reformer Gundakar von Liechtenstein im 17. Jahrhundert. Ein Meilenstein im 19. Jahrhundert war die Gründung der Acker-, Obst- und Weinbauschule in Feldsberg (1873). Die mährischen Besitzungen gingen nach 1945 an Tschechien verloren, wo die Schule aber bis heute weiterbetrieben wird. Die liechtensteinische Hofkellerei in Wilfersdorf, modern ausgestattet, versorgt Fürst und Fürstentum mit Qualitätsweinen aus dem Weinviertel.

Weitere Initiativen durch die Jahrhunderte gab es im Bereich der Pferdezucht. Da erlangten die Liechtensteinischen Züchter in Eisgrub und Hohenau internationalen Ruf. Schafzucht, Milchwirtschaft, Ziegenhaltung, Seidenraupenzucht, Forstwirtschaft, Einführung neuer Pflanzen wie etwa den Erdapfel: in vielen Bereichen der Landwirtschaft waren sie Vorreiter. Besonders Ende des 19. Jahrhunderts war die landwirtschaftliche Fortbildung ein großes Thema.

Galler gibt ein Panorama der Aktivitäten, die auf die Landwirtschaft der Region prägenden Einfluß ausübten. Bemerkenswert sind die baulichen Zeugen, die sich bis heute erhalten haben, wie Zehentkeller, Schüttkästen, Stallungen, Mustergutshöfe. Mit der Broschüre gibt uns der Autor einen Leitfaden in die Hand, mit dem die Gegend – kompetent kommentiert – erkundet werden kann.

RE

 

Publikationen von Wolfgang Galler mehrfach in diesem Blog vorgestellt:

Lebensbilder Pillichsdorf. (2015)

Die Geschichte der Ulrichskirchner Müllerzunft. (2014)

Das alte Wolkersdorf im Weinviertel. (2014)

Jüdisches Niederösterreich Entdeckungsreisen. (mit Christof Habres, 2013)

Straßengeschichte(n). (als Herausgeber mit Stefan Eminger, 2013)

Unser täglich Brot. (2013)

Weinviertel Kochbuch. Tradition. Kultur. Küche. (mit Manfred Buchinger, 2011)

 

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Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya.

12. Juni 2016

Rudolf FÜRNKRANZ: Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya. Von den Anfängen bis 1600.

Edition Weinviertel, 2016

Gebunden, 304 Seiten, 67 Abbildungen

ISBN 978-3-902589-62-0

Euro 24.20

www.edition-weinviertel.at

Rudolf Fürnkranz, Stadthistoriker von Laa an der Thaya, fügt mit dem vorgelegten Werk einen weiteren großen Baustein zu seiner monumentalen Stadtgeschichte hinzu: „Von den Anfängen bis 1600“. Der Band „1800 – 2000“ liegt bereits in der zweiten Auflage vor. Die noch fehlenden Jahrhunderte 1600 – 1800 werden bestimmt folgen, dem Autor sei für den Abschluss seines großen Alterswerks von Herzen Gesundheit und Kraft gewünscht.

Fürnkranz durchforstet nach einem Vorspann zur Ur- und Frühzeit die Geschichte der Stadt seit ihrer Gründung durch den Babenbergerherzog Leopold VI um 1207. Fürnkranz.LLThaya10.4.2016Laa ist als Grenzfestung gegen die Böhmen angelegt worden, möglich geworden durch Mittel aus dem enormen Lösegeld für die Freilassung von Richard Löwenherz. Wir begleiten den Autor durch die Böhmenherrschaft bis zur Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen 1278, durch die Zeit der Machtübernahme der Habsburger, durch Katastrophen mit Hunger und Pest im 14. Jahrhundert, durch die Hussiteneinfälle, durch die vorübergehende Übernahme der Stadt durch den Ungarnkönig Mathias Corvinus 1486.

Die reichen Pfründe der Pfarre Laa haben ihr immer wieder prominente Pfarrherrn beschert, wie etwa den Astronomen Johannes von Gmunden. Nicht bestätigt werden konnte die alte Legende, dass Aeneas Silvius Piccolomini, der spätere Papst Pius II, Pfarrherr in Laa gewesen sei. Noch in meiner Laaer Gymnasialzeit wurde das wenig schmeichelhafte Bonmot, das von Piccolomini gestammt haben soll, im Geschichtsunterricht erzählt: „Venedig und Laa haben etwas gemeinsam: Während Venedig im Wasser versinkt, versinkt Laa im Sumpf.“

Erzählt wird weiters von Judenverfolgung, von den religiösen Wirren des 16. Jahrhunderts mit zunehmender Verbreitung des Protestantismus, von den Wiedertäufern, die zwar als ausgezeichnete Handwerker von manchen Herrschaften geduldet wurden, im Zuge der Gegenreformation aber doch der Vertreibung nicht entrinnen konnten. Auf der Ruine Falkenstein wird an das Schicksal der heute in den USA noch fortbestehende Glaubensgemeinschaft erinnert. Anfgang des 17. Jahrhunderts ist Laa, wie das ganze Weinviertel, wieder katholisch (gemacht) geworden.

Fürnkranz hat als Ein-Mann-Projekt eine beeindruckende Leistung vorgelegt. Als ausgebildeter Historiker vom alten Schlag ist er ein Glücksfall für die Stadt, der Streifzug durch die ganze abendländische Geschichte, fokusiert auf „sein“ Laa, ist eine mehr als lesenswerte Visistenkarte für eine Stadt mit viel Vergangenheit.

RE

 

Verschwundenes Weinviertel.

7. Juni 2016

Karl und Martin ZELLHOFER: Verschwundenes Weinviertel. Über Greißler und Wirtshäuser, Kinos und Schulen, Bahnhöfe und Ziegelwerke, die es nicht mehr gibt

Edition Winkler-Hermaden, 2016.

ISBN 978-3-9503952-2-8   EURO 19,90

http://www.edition-wh.at/

Vater und Sohn Zellhofer, 2014 hervorgetreten mit der Monografie über die Eisenbahnstrecke Korneuburg-Ernstbrunn „Über den Weinviertler Semmering“, bieten hier einen Bilderreigen über das im Verschwinden begriffene Weinviertel.ZellhoferVerschwundenesWeinviertel29.05.2016 Mit viel Spürsinn und anschaulichen Interviews wird die zunehmend verlorengegangene Infrastruktur einer Region fotografisch und beschreibend festgehalten. Wie im Titel bereits aufgelistet, sind es nicht nur der vielzitierte Greißler und das Wirtshaus, die im Dorf für immer zugesperrt haben. Der Fokus ist auf die ganze Bandbreite des Kleingewerbes, von Kino bis Ziegelwerk, gerichtet. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen, all diese Relikte einer anderen Zeit ausfindig zu machen.

Die Berichte von ZeitzeugInnen, die den Kapiteln vorangestellt werden, veranschaulichen umso mehr die schmerzlichen Einbußen in den Jahrzehnten seit den 1950er Jahren. Es entsteht aber auch viel Romantik beim Durchblättern, der morbide Charme der gekonnt abgelichteten Objekte hat duchaus seinen Reiz. Und, wie die Zellhofers im Vorwort betonen, geht es nicht vorrangig um Verlust, sondern um Veränderung, aus der durchaus Neues zu erwarten ist. Wie schon so oft bei der Edition Winkler-Hermaden stimmen Qualität und Preis. Dem Buch darf viel Publikum gewünscht werden.

REa

Mein Weinviertel.

20. Mai 2016

Mein Weinviertel.

Anthologie – Literaturedition NÖ

hrsg. von Wolfgang Kühn
mit Bildern von Irena Racek

340 Seiten, gebunden

ISBN 978 3 902717320

Verlag Literaturedition NÖ 2016

24 Euro

Der Verlag der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich – die Literaturedition Niederösterreich – dokumentiert mit seinen Publikationen das vielfältige literarische Schaffen niederösterreichischer Autorinnen und Autoren. Folglich wurde bereits 2014 eine Anthologie-Reihe begonnen, die jeweils einem Viertel des Landes gewidmet ist.IMG_20160516_214009

Als bereits drittes Viertel, nach dem Wald- und dem Mostviertel, erschien nun auch mit „Mein Weinviertel“ ein Konglomerat aus 22 Texten, verfasst von Autorinnen und Autoren, die auf unterschiedlichste Weise mit dem Viertel unter dem Manhartsberg verbunden sind.

So unterschiedlich der persönliche Zugang zum Weinviertel ist, so unterschiedlich sind auch die beigesteuerten literarischen Werke der Autorinnen und Autoren. Von Kurzgeschichten, Liebeserklärungen, Gedichten bis hinzu Kindheitserinnerungen findet der Leser ein breites Spektrum an Schaffenskunst vor, das zusätzlich noch durch Bilder der Künstlerin Irena Racek bereichert wird.

Alles in allem eine kurzweilige und interessante Lektüre für Weinviertel-Kenner, oder jene, die sich gerne einen Überlick über die literarische Vielfalt im und um das Weinviertel verschaffen möchten.

MF

Wo die Wiener Mammuts grasten.

30. März 2016

Thomas HOFMANN, Mathias HARZHAUSER: Wo die Wiener Mammuts grasten. Naturwissenschaftliche Entdeckungsreisen durch das heutige Wien

192 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
Durchgehend vierfarbig

Metroverlag, 2016

ISBN 978-3-99300-248-0

www.metroverlag.at   Euro 24,90

 

Da machen sich zwei Naturwissenschaftler, ein Geologe und ein Paläontologe, an die Arbeit, Wien auf andere Art zu erkunden. In 17 Beiträgen werden von den Mammutfunden, der Botanik der Ringstraße, dem Eisstoß von 1929, den Generationen von Elefanten des Tiergartens, dem spektakulären Auftritt HOFMANN,Mammuts23.3.2016 Albert Einsteins und vieles mehr berichtet. Der Leser erfährt Kapitel für Kapitel immer neue Aspekte eines naturwissenschaftlichen Panoptikums, das manchmal mehr Bildung, manchmal mehr Unterhaltung bietet. Auch wenn nicht jedes Thema das gleiche Interesse hervorruft, bleibt es immer kurzweilig. Beide Autoren sind geübte Vermittler an ein Laienpublikum mit Eloquenz, Humor und Augenzwinkern. Die vorgesetzte Kost wird damit bei aller Ernsthaftigkeit auf bekömmlichste Art genießbar.

Thomas Hofmann ist Bibliotheksleiter der Geologischen Bundesanstalt und Autor einer ganzen Heerschar von Büchern zu geologischen und kulturgeschichtlichen Themen, vor allem auch zum Weinviertel, seiner zweiten Heimat: Das Weinviertel und das Marchfeld, Weinviertel, Land und Leute, Brünnerstraßler ABC, Es geschah im Weinviertel, Es geschah im westlichen Weinviertel. Mathias Harzhauser, gebürtiger Weinviertler, ist Direktor der geologisch-paläontologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums und hervorgetreten durch populärwissenschaftliche Artikel und Vorträge. Die beiden Herren sind ideale Partner und stellen das Seite für Seite unter Beweis. Ergänzt werden die Texte mit einer stimmigen Bebilderung, zum Teil rezent angefertigt, zum Teil mit historischem Material. Eine wichtige Quelle, die viel Farbe in die Beiträge bringt, sind historische Zeitungszitate, die Hofmann auch in früheren Publikationen reichlich genutzt hat. Jetzt ist es Zeit, die Lobeshymne zu schließen. So witzig, so kompetent, so von der anderen Seite für dich und mich ist Wien noch kaum vermittelt worden.

RE

Alt, aber Polt.

10. März 2016

Alfred KOMAREK: Alt, aber Polt. Kriminalroman.

184 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Haymon Verlag 2015.

ISBN 978-3-7099-7177-2. EUR 19,90

www.haymonverlag.at

 

Polt zum siebenten Mal. Nach den ab KomarekAltPolt06.03.20161998 erschienenen vier Bänden der aktiven Gendarmenzeit des Simon Polt folgt jetzt der dritte Band der Ruhestandsära: „Alt, aber Polt“. Jetzt ist der gewesene Weinviertler Landgendarm über 70, hat, spät, aber doch, Familie gegründet mit zwei mittlerweile halbwüchsigen Kindern und ist Hobby-Greißler von Brunndorf, Nachfolger im legendären Geschäft der Aloisia Habersam. Außerdem ist er Hobby-Winzer mit einem vollen Faß Wein in seinem Preßhaus und Hobby-Wirtsaushilfe beim Kirchenwirt, der für zwei oder drei Tage pro Woche aufsperrt, ebenso hobbymäßig von zwei Pensionisten geführt, die Polt-Lesern seit Anbeginn vertraut sind.

Ein Kellergassenfest mit einer toten jungen Frau macht Polt unfreiwillig noch einmal zum Ermittler und irgenwie laufen die Fäden zunehmend bei ihm zusammen. Auf die vielzitierte bedächtige Art entwickelt sich ein Gespinst der Dorfgesellschaft, in der die alten Werte nur mehr in Resten vorhanden sind und die junge Generation als gewaltbereite Gang, Grufties oder Nahtod-Fetischisten in Erscheinung tritt. Das Bild hat sich verdüstert, die Kellergasse hat ihren Reiz nur mehr als Festkulisse oder Drehort für einen Rustikalporno behalten. Geblieben sind die Alten als Hüter der Tradition, denen ihre Weinseeligkeit Krücke ist, die veränderte Welt auszuhalten. Überhaupt haben die Besäufnisse bei den handelnden Personen zugenommen, Abstinente kommen praktisch nicht vor. Auch Polts Alkoholkonsum darf durchaus als problematisch eingestuft werden.

Komareks Dorf ist im Umbruch. Bei den Alten herrscht viel Nostalgie und bei den Jungen wenig Perspektive. Wir wollen dem Simon Polt zugestehen, dass er am Vertrauten festhält, das zunehmend zum Klischee verkommen ist. Seine Ermittlungen verdichten sich mehr und mehr, lassen das Ende offen und klingen entsprechend philosophisch aus. Die Atmosphäre, das eigentlich Wichtige an dem Buch, kommt Gott sei Dank ohne Wehmut aus und ist bei aller Brüchigkeit sympathisch geblieben. Als Visitenkarte für Weinviertel-Interessierte ist der in die Jahre gekommene Landgendarm a.D. immer noch brauchbar.

RE

Lebensbilder Pillichsdorf.

24. Januar 2016

Verein LADL: Lebensbilder Pillichsdorf

Idee und Konzept: Thomas Falch unter Mitarbeit von Ernestine Falch, Otto Jarisch, Claudia Mauser-Fessl, Gitti Perschl

Autor und historische Details: Wolfgang Galler

Eigenverlag Verein LADL – leben auf dem land, 2015

Euro 17.-

Erhältlich: ladl@aon.at

Postalisch: Thomas Falch; Mühlgasse 26, 2211 Pillichsdorf

 

Da trifft Initiative und fachliche Verarbeitung auf gelungenste Weise zusammen! Thomas Falch und die Gruppe rund LebensbilderPillichsdorfum den Verein „LADL – leben auf dem land“ hat sich zum Ziel gesetzt, mit Interviews und Fotografie verschwindende Lebenserinnerungen der älteren Bevölkerung Pillichsdorfs festzuhalten. In mehrjähriger Arbeit ist eine Fülle von mittlerweile oft nicht mehr erhebbarem Material zusammengekommen, das einer kompetenten Bearbeitung bedurfte. Dazu wurde der Historiker und Fachmann für Regionalgeschichte des Weinviertels, Wolfgang Galler, gewonnen. Die Zeitzeugeninterviews wurden in Kapitel aufbereitet: 1. Kindheit, 2. Jugend, 3. Ausbildung, 4. Landwirtschaft/Weinbau, 5. Essen, 6. Brauchtum und kirchliches Leben, 7. Nazi-Zeit, Krieg und Besatzung. Diese Gliederung in Kapitel gibt das Material gleichsam vor. Beispielsweise war in dem Altfoto-Band „Östliches Weinviertel. Alltag im Dorf“ von 2003 auf Grund des Materials eine ganz ähnliche Kapiteleinteilung naheliegend.

Die ZeitzeugInnen kommen hier reichlich zu Wort, und dazu wird mit fachlichem Kommentar das jeweilige Kapitel in das (regional)historische Umfeld eingebettet. Daraus entwickeln sich „Lebensbilder Pillichsdorf“, die immer punktuell sind und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Dennoch bieten sie ein dörfliches Panorama, das als exemplarisch zumindest für ein Weinviertler Dorf angesehen werden darf. Auch ein nicht Ortskundigerkann die Ausführungen mit viel Gewinn lesen. Dazu kommt eine unglaubliche Fülle an rezentem und historischem Fotomaterial, die das Büchlein auch als Fotoband reizvoll machen. Die Kombination ist gelungen und der Verkaufserfolg der ersten Wochen bestätigt das Team. Mögen noch viele auf die „Lebensbilder“ aufmerksam werden.

RE

Das alte Hollabrunn. Korneuburg. Deutsch-Wagram.

3. Dezember 2015

Ernst BEZEMEK, Friedrich ECKER: Das alte Hollabrunn und seine Katastralgemeinden in früherer Zeit.

96 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Matt cellophanierter Pappband.

Edition Winkler-Hermaden, 2015.

ISBN 978-3-9503952-7-3   EURO 14,95

 

Reinhard SCHRÖPFER: Das alte Korneuburg. Die Stadt und ihre Geschichte in Bildern.

96 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Matt cellophanierter Pappband.

Edition Winkler-Hermaden, 2015.

ISBN 978-3-9503952-6-6   EURO 14,95

 

Manfred GROSS: Das alte Deutsch-Wagram.

96 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Matt cellophanierter Pappband.

Edition Winkler-Hermaden, 2015.

ISBN 978-3-9503952-8-0   EURO 14,95

http://www.edition-wh.at/

Großangriff der Edition Winkler-Hermaden auf den Weinviertler Buchmarkt: Im Monat November sind drei Bände der Bildbandreihe über Weinviertler Städte erschienen: Hollabrunn, Korneuburg und Deutsch Wagram. Der Buchtitel beginnt immer mit „Das alte …“, die Aufmachung folgt einem einheitlichen Layout. Als Eröffnung kam 2014 „Das alte Wolkersdorf“ von Wolfgang Galler heraus. Link Das Konzept bedarf eines renomierten Lokalhistorikers und eines Vorrats an Altfotos bzw. Veduten. Das so entstandene Bilderbuch mit qualifizierten Bildtexten verschafft der Leserschaft ein stimmiges Bild eines Ortes. Die Altfotos stammen von der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre. Das handliche Querformat wird den meist ebensolchen Fotovorlagen am besten gerecht, dazu fügt sich der drei- bis fünfzeilige Bildtext gut ein. Der einheitliche Umfang von 96 Seiten bietet genügend Platz für einen differenzierten Rundumblick.

„Das alte Hollabrunn“ bietet neben der Stadt, die bereits mehrfach Hollabrunn BezemekEcker 15.11.2015 in alten Ansichten vorgestellt wurde, ein bisher noch nicht gezeigtes Panorama seiner Katastaralgemeinden, stattliche 21 an der
Zahl. Und dabei erfährt man vieles über Spezifika der kleinen Orte, über Kellergassen, Stadelzeilen und das Hintaus, jenen Teil des Dorfes, dessen besonderer Reiz erst vor wenigen Jahren mit den Publikationen von Martin Neid einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden ist. Ein Rarissimum ist wohl das Foto eines Bauernhauses in Marienthal, auf dem die Bürgermeistertafel erkennbar ist. Nachdem ein kleiner Ort meist kein Gemeindeamt hatte, führte der Bürgermeister seine Amtsgeschäfte zu Hause und hatte sein Haus entsprechend zu kennzeichnen. Bei einem Wechsel übersiedelte die Tafel zum Nachfolger.

„Das alte Korneuburg“ widmet sich in vielen Aspekten der Stadt, KorneuburgSchröpfer 15.11.2015 von der nicht sicher ist, ob sie ihr Stadtrecht, das aus dem Mittelalter stammt, bereits 1136 oder erst Ende des 13. Jahrhunderts erhalten hat. Dementsprechend wurden Jubiläen im Laufe der Zeit mit einer Schwankungsbreite von 200 Jahren auf oder ab begangen. Prägend für die Stadt war und ist die Lage an der Donau. Wir erfahren über eine Raffinerie, über die Werft und über Kasernen, die in der Stadtgeschichte eine große Rolle gespielt haben.

„Das alte Deutsch-Wagram“ berichtet über die dynamische Entwicklung DeutschWagramGross15.11.2015der Stadt vom kleinen Bauerndorf am Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre, als sich seit Aufnahme des Schnellbahnbetriebes im Jahre 1962 die Entwicklung noch einmal beschleunigte. Bekannt ist Deutsch Wagram durch die verlorene Schlacht gegen Napoleon 1809 und die erste Eisenbahn der k.und k. Monarchie 1837. Diese Marksteine der Ortsgeschichte bleiben eher im Hintergrund. Das Buch zeigt anhand von weitgehend unpubliziertem Fotomaterial die Geschichte der Bauern und Arbeiter sowie die Entwicklung einzelner Ortsteile von unbebautem Ackerland bis zu geschlossenen Straßenzügen. Die Stadterhebung 1985 ist nicht mehr Thema.

RE

Es geschah im westlichen Weinviertel.

26. Oktober 2015

Thomas HOFMANN: Es geschah im westlichen Weinviertel. Neuigkeiten und Bilder von damals.

Mit einem Vorwort von Alfred Komarek

124 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Matt cellophanierter Pappband.

Edition Winkler-Hermaden, 2015.

ISBN 978-3-9503952-4-2   EURO 19,90

http://www.edition-wh.at/

Hofmann.Esgeschah westlichesWeinviertel

Was hier berichtet wird, hat sich von 1834 bis 1918 im westlichen Weinviertel zugetragen. Im Originalton werden uns 45 Zeitungsbeiträge unter Kapitelüberschriften wie „Imperiale Gäste und feine Leute“, „Von Prälaten und Landpfarrern“, „Weinviertler Raub- und Mordsgeschichten“ oder „Freud und Leid im Alltag“ in appetitlichen Häppchen serviert. Zu jedem Kapitel wird der historische Hintergrund als Einstimmung vorangestellt. Thomas Hofmann hat erneut gründlich recherchiert. Seine Quelle ist das Online-Portal ANNO der Österreichischen Nationalbibliothek, die Zeitschriften früherer Jahrhunderte digital verfügbar macht.

Ganz besonders reizvoll ist die Bebilderung mit alten Ansichtskarten und Altfotos, die wie beim ersten Band (Östliches Weinviertel und Marchfeld) punktgenau und sehr anschaulich das Berichtete illustriert. Jedem Beitrag ist eine Abbildung beigestellt. Damit wird ein ausgesprochen kulinarisches Lesevergnügen geboten.

Mit den zwei Bänden ist das Weinviertel rundum aufgearbeitet. Das so entstandene Panorama liefert Stoff für die Regionalgeschichte, aber auch für so manche Familiengeschichte. Der Autor hat mit der Edition Winkler-Hermaden einen Verleger gefunden, der es versteht, aus guten Ideen ansprechende Bücher zu machen. Alfred Komarek hat im Vorwort beigepflichtet: „Prädikat: lesenswert.“

RE

Mein kleines Museumsdorf.

17. Oktober 2015

Marlene Falmbigl, Freya Martin: Mein kleines Museumsdorf. Ein Kreativbuch für die ganze Familie.

Redaktion: Veronika Plöckinger-Walenta, Ulrike Nehiba

Illlustration, Grafik und Layout: Barbara Cech

Hg: Kultur.Region.Niederösterreich GmbH

Atzenbrugg, 2015

36 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

ISBN 978-3-903058-02-8

Euro: 14.90

Erhältlich im Shop des Weinviertler Museumsdorfes www.museumsdorf.at

sowie unter der Adresse info@museumsdorf.at

So schaut Kulturvermittlung auf hohem Niveau aus: Das Museumsdorf Niedersulz bietet für Kinder und Erwachsene einFalmbiglKleinesMuseumsdorf Lese- und Mitmachbuch auf gut fassbaren 36 Seiten. Kompetent in der Vermittlung, kreativ, viel zum Basteln, Ergänzen, Aufkleben. Die Themen des Museusmdorfes werden eines nach dem anderen auf unterhaltsame Weise angesprochen: das alte Dorf, die Gärten, die Obstkulturen, die Handwerker, das Leben der Kinder, der Knechte, die Schule. Die Texte sind kurz, die Illustration qualitätvoll, wobei Altfotos, rezente Fotos und gekonnte Aquarelltechnik einen ansprechenden Mix bieten. Da ist erstmals ein kindgerechtes Panorama der vielen Seiten des Museumsdorfes gelungen: für die kulturaffinen Familien, für die Schulen, für alle, die es gern eingängig und schön illustiert auf den Punkt gebracht haben wollen. Als Mitgestalter der ersten Stunde und über mehr als 35 Jahre mit dem „Kind“ Museumsdorf in Freud und Leid verbunden, freue ich mich über die Publikation des Teams um Veronika Plöckinger-Walenta, die eindrucksvoll vor Augen führt, welches Potential in der Anlage steckt. Besonderes Kompliment an die zwei Autorinnen Marlene Falmbigl und Freya Martin sowie an die Illustratorin Barbara Cech.

RE