Untersuchungen zum hallstattzeitlichen Siedlungsraum Grossmugl

22. Mai 2021

Volker Lindinger – Ernst Lauermann: Untersuchungen zum hallstattzeitlichen Siedlungsraum Grossmugl; 

Fundplätze, Altfundmaterial und geophysikalische Prospektion

(Archäologische Forschungen in Niederösterreich, Neue Folge, Band 8)

Herausgegeben von Franz Pieler und Armin Lausegger

Krems 2020

208 Seiten; zahlr. Abbildungen; Format A4

Bestellnummer: ISBN 978-3-903150-78-2

Preis: Euro 25,00 

Bezugsquelle: https://www.noe.gv.at/noe/Kunst-Kultur/Archaeologie_Publikationen.html


Der Leeberg oder auch einfach der große Mugl von Großmugl ist Identifikationspunkt und Wahrzeichen für die ganze Region. Nicht umsonst ziert er auch das Cover des hier schon besprochenen Buches „Die Pyramiden des Weinviertels“ von Ernst Lauermann (Edition Winkler-Hermaden, 2020), der auch bei dem hier vorliegenden Werk mitverantwortlich zeichnet. Als Landmarke ragt er aus seiner Umgebung hervor und ist heute noch ob seines Umfanges ein Symbol der Macht – wohl ganz im Sinne seiner Schöpfer. Er ist aber nur die sprichwörtliche Spitze des „archäologischen Eisberges“, denn es handelte sich um eine weitläufige Kulturlandschaft, die ihn umgab und deren sofort ins Auge fallender Zeuge er ist. Er muss aber in der Zusammenschau mit seiner Umgebung gesehen werden, wo sich nicht alle Spuren dieser vergangenen Epoche so einfach erkennen lassen. Um diesen Kontext wissenschaftlich unter die Lupe nehmen zu können und die Siedlungs- und Kultlandschaft dieser Zeit wiedererstehen lassen zu können, bedurfte es vieler Jahre der Forschung und auch modernster technischer Methoden, die das Bild so weit verfeinerten, dass sich nun ein ganz neuer spannender Einblick in das Leben der Menschen rund um den Großgrabhügel ergibt. Das Ergebnis dieses langen Forschungsprozesses haben nun Volker Lindinger, Archäologe und Spezialist für geophysikalische Untersuchungen, und Ernst Lauermann, bis 2018 niederösterreichischer Landesarchäologe, in eindrucksvoller Weise zwischen zwei Buchdeckel gebannt. Um diese umfassende Darstellung schaffen zu können, wurde nicht nur auf die aktuellen Ergebnisse, die mit auf neustem Stand der Technik befindlichen zerstörungsfreien Prospektionsmethoden gewonnen wurden, zurückgegriffen, sondern auch auf die Bearbeitung der Altfunde aus Großmugl.

Die besonders intensiv in der älteren Hallstattzeit genutzte Siedlung auf den Fluren Totenweg, Klafteracker, Ortsried und Hinterbrunn umfasste etwa 40 Hektar – mit dieser Größe scheint sich die Siedlungslandschaft von Grossmugl unter die Zentralsiedlungen dieser Zeit einzureihen. Anhand der Befunde einiger Häuser, die ob ihrer Größe und räumlichen Lage von der Norm abweichen, lassen sich auch Rückschlüsse auf eine gehobene soziale Stellung einiger der Bewohner der Siedlungen ziehen. 

Wie zur Welt der Lebenden, so erbrachten die Untersuchungen auch spektakuläre Ergebnisse zur Welt der Toten. Dass der große Mugl nicht alleine war, ist zwar bereits bekannt – besonders Luftbilder gaben ja hier schon länger ein beredtes Zeugnis ab – doch haben geophysikalische Messungen nun ein Vielfaches von diesem ans Licht gebracht. Die Ausmaße des erschlossenen Gräberfeldes zwischen der Siedlung und der Großgrabgruppe „Beim Leeberg“ betragen circa 6 Hektar, auf dem sich mindestens 86 Grabhügel befanden. 

Als Verbindung zwischen den beiden genannten Bereichen konnte überdies der Verlauf eines Altweges ermittelt werden, der vermutlich derselben Zeitstufe angehört wie Siedlung und Gräberfeld. Gerade Wege und Straßen besitzen ja einen, wenn auch lange vernachlässigten, hohen Stellenwert, wenn es um die Erschließung von Räumen geht.

Wolfgang Galler


Mehr von Ernst Lauermann:

Die Pyramiden des Weinviertels

Archäologie des Weinviertels

Wolfgang Galler: Straße und Handel – Siedlung und Herrschaft

Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya

22. Mai 2021

Rudolf FÜRNKRANZ: Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya. 1600 – 1800. „… von so überlang ertragener Not…“

Edition Weinviertel, 2021

Gebunden, 488 Seiten, s/w Abbildungen

ISBN 978-3-902589-99-6

Euro 29.-

www.edition-weinviertel.at/shop/catalog/product_info.php?cPath=32&products_id=475


Rudolf Fürnkranz ist ein unermüdlicher Chronist der „Landesfürstlichen Stadt Laa an der Thaya“. Ein Leben lang beschäftigte sich der ausgebildete Historiker und pensionierte Direktor der Laaer Handelsakademie mit der Geschichte seiner Stadt. Der vorliegende Band fügt den Schlussstein in das monumentale Alterswerk. Mit den beiden vorab erschienenen Bänden „Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya. Von den Anfängen bis 1600“ und „Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya. 1800 – 2000“ entwirft er, weitgehend im Alleingang, ein großartiges Panorama.

Fürnkranz ist Historiker alter Schule. Mit Fleiß und Akribie wertet er Ratsprotokolle, Pfarrchronik und Archivalien aller Art derart gründlich aus, dass sich daraus ein Fresko des Stadtlebens im 17. und 18. Jahrhundert entwerfen läßt. Beinahe für jedes Jahr findet sich ein Eintrag. Es ist die Geschichte, die aus den Quellen destilliert wird, die die (männliche) Stadt- und Pfarrobrikeit hinterlassen hat. Damit ist der Zugang ein sehr traditioneller, heute nur mehr wenig verfolgter. Aber eine Stadt, die ihre Geschichte erstmals erzählt bekommt, braucht wohl eine derartige Grundlage, an die sich viele andere Zugänge anschließen können.

Was der Untertitel „… von so überlang ertragener Not…“ bereits kundtut, wird uns im Detail vor Augen geführt. Laa hat in diesen 200 Jahren wenig Aufschwung und viel Drangsal erlebt. Immer wieder wird von Militäteinquartierungen und Plünderungen berichtet, die für die Bevölkerung nicht nur materielle Bedrängnis, sondern auch Gewalt und Mord bedeuteten. Bei aller „ertragener Not“ hat sich Laa nicht unterkriegen lassen, obwohl die exponierte Lage in einem Sumpfgebiet und unmittelbar an der Grenze schwierige Voraussetzungen waren. Die Lebensfreude klingt nur zwischen den Zeilen durch. Vielfach wird von Streitfällen berichtet, die, weil sie vor dem Stadtrichter gelandet sind, aktenkundig werden.

Erstaunlich ist die Dichte des Quellenmaterials, das bei aller Bedrohung durch Feind und Feuer doch die Zeiten überdauert hat. Die Lektüre ermöglicht ein Eintauchen in das Leben einer Stadt in Zeiten der Gegenreformation, des 30-jährigen Krieges, der Türken- und Kuruzzenbedrohung, in die Lebensbedingungen im 18. Jahrhundert, die den Wandel hin zu einer aufgeklärten Gesellschaft verspüren lassen. Große Geschichte, auf die Weinviertler Kleinstadt heruntergebrochen, ist das unleugbare Verdienst des Doyens der Laaer Historie. Gratulation an Rudolf Fürnkranz, der – hoch in den 80ern – seinen großen Wurf vollenden konnte. Wir dürfen gespannt sein, womit er uns wohl noch überraschen wird.

RE    


Mehr von Rudolf Fürnkranz:

Der Schimmel aus der Grundlos.

Laa/Thaya. Eine Zeitreise in Bildern. Mit Herbert Jaitner

Landesfürstliche Stadt Laa/Thaya.

Das alte Laa/Thaya. Mit Herbert Jaitner

Wald.Geschichte.Weinviertel.

24. Februar 2021

DENNER Manuel: Wald.Geschichte.Weinviertel. Der Mittelwald im Weinviertel – historische Waldnutzung als gelebte Tradition und Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt

Mit Beiträgen von Lukas Čižek, Norbert Helm, Petr Kozel, Honza Miklin, Pavel Šebek und Matthias Weiss

Verlag Berger, Horn 2020

144 Seiten, Pappband, cellophaniert

ISBN 978-3-85028-922-1

Euro 29.90

Wald.Geschichte.Weinviertel | Der Mittelwald im Weinviertel – historische Waldnutzung als … | Denner, Manuel | Verlag Berger Onlineshop (verlag-berger.at)


Als Wienerwaldanrainerin war für mich dieser der Inbegriff des Waldes, hohe hundertjährige Buchen, undurchdringliche Baumkronen, dazwischen Eichenbestände und gelegentlich eingestreute Fichten oder Lärchen, im südlichen Wienerwald Föhren, dunkler Waldboden. Auf die Weinviertler Wälder mit ihren meist niedrigen Bäumen und lockerem Bewuchs blickte ich sehr geringschätzig herab. Manuel Denner hat mich eines Besseren belehrt.

Manuel Denner, seit seiner Kindheit an der Natur des Weinviertels interessiert, absolvierte eine forstwirtschaftliche Ausbildung und studierte Landschaftsplanung und -pflege an der Universität für Bodenkultur in Wien.

In der ersten Hälfte des Buches Wald.Geschichte.Weinviertel. führt er die LeserIn zunächst in die Entstehungsgeschichte des Waldes in Ostösterreich ein. Er beginnt am Ende der letzten Eiszeit und berichtet vom Einfluss des Klimas und besonders der großen Pflanzenfresser wie Mammut, Wisent und Auerochsen, die frische Triebe und Krautschicht abweideten und unterholzarme lichte Wälder erzeugten. Später prägte der Mensch das Erscheinungsbild des Waldes durch teils radikale aber auch angepasste Nutzung. Wälder wurden zur Gewinnung von Ackerland und zur Gewinnung von Bau- und Brennholz geschlägert, besonders in Gebieten mit Bergbau war der Holzbedarf enorm. Die Trennung von Wald und Feld war nicht so streng wie heute, der Wald diente häufig als Viehweide, z.B. eigneten sich Eichenwälder hervorragend zur Schweinemast.

Im Mittelalter werden die Wälder vom freien Gut zum Eigentum. Besitzer waren die Grundherrschaft, meist Adelige oder Klöster, die Untertanen durften die Wälder unter bestimmten Bedingungen nutzen. Schlägerungen wurden zunehmend geregelt. Schriftliche Quellen, die bis ins 15. und 16. Jahrhundert zurückreichen, belegen Erwerb und  Nutzung durch Gemeinden (z.B. Ketzelsdorfer Gemeindewald) und Wald- bzw. Agrargenossenschaften (z.B. Steinbergwald). In manchen Gegenden wird der Wald nach wie vor von Waldgenossenschaften  genutzt (z.B.Hörersdorf).

Im Weinviertel ist der Waldanteil an der Landschaft gering, nichtsdestotrotz aber sehr bedeutsam. Der Wald wird hier als Mittelwald bewirtschaftet. Das heißt, dass Unterholz zur Brennholznutzung regelmäßig entfernt wird, Stockausschläge, also die Triebe der umgeschnittenen Bäume und Sträucher können alle 20-30 Jahre verwendet werden, nur manche Stämme werden belassen und als sogenannte Überhälter erst von der übernächsten Generation geerntet. Denner berichtet auch über vergleichbare Waldnutzung in anderen europäischen Ländern.

Während die typische Weinviertler Landschaft mit intensiver Nutzung von Feldern und Weingärten wenig Raum für Wildtiere und Pflanzengesellschaften belässt, bietet die Mittelwaldbewirtschaftung durch das Nebeneinander unterschiedlicher Lebensräume ideale Bedingungen für eine stabile Artenvielfalt. Dichte und lockere Bestände an Büschen und Unterholz, in frisch geschlägerten Bereichen auch krautige offene Böden sowie das alte Eichenholz der Überhälter oder das Belassen von Totholz in den March-Thaya-Auen nutzen Insekten, Vögel und andere Baumbewohner als Wohnraum, Nisthöhle oder Nahrungsquelle. Einen Überblick über die Tiere und Pflanzen des Weinviertler Mittelwaldes gibt die zweite Hälfte des Buches.

Die Vielfalt an Vögeln, Tagfaltern, Käfern und Heuschrecken will nun von umweltbewussten Weinviertlern entdeckt und bewahrt werden!

Helga Dieberger

Abenteuer Wissenschaft

23. Januar 2021

HOFMANN Thomas: Abenteuer Wissenschaft. Forschungsreisende zwischen Alpen, Orient und Polarmeer

Böhlau Verlag, 2020

287 Seiten mit 190 farbigen Abbildungen, gebunden

ISBN 978-3-205-21104-4

Buch Euro 36.-/ e-book (pdf) Euro 28,80

Abenteuer Wissenschaft | Sozial- und Kulturgeschichte | Geschichte | Themen entdecken | Vandenhoeck & Ruprecht Verlage (vandenhoeck-ruprecht-verlage.com)


Thomas Hofmann, über dessen Weinviertelpublikationen (s. unten) hier oft geschrieben wurde,  stürzt sich in das Abenteuer Wissenschaft und nimmt uns mit auf Forschungsreisen, wie der Untertitel verrät, zwischen Alpen, Orient und Polarmeer. Also überall dorthin, wo vor allem GeologInnen ihre Erkundungen anstellen. Und das ist selbstverständlich kein Zufall. Hofmann ist gelernter Geologe und leitet seit vielen Jahren Bibliothek, Verlag und Archiv der Geologischen Bundesanstalt in Wien.

Was er uns kundtut, sind nicht vorrangig wissenschaftliche Errungenschaften der letzten zwei Jahrhunderte, es sind vielmehr die Personen hinter oft bahnbrechenden Ergebnissen. Wir erfahren von tragischen Unfällen, Problemen mit der Bevölkerung vor Ort, Schwierigkeiten bei Nahrungsbeschaffung und Entbehrungen durch Wetterunbill.

Wir erfahren auch von Eitelkeiten in der Wissenschaftscommunity. Zur höchsten Ehre gehört etwa die Benamsung eines Berggipfels nach einem verdienten Forscher, wobei gelegentlich ein Vorschlag, wenn er aus der KollegInnenschaft kommt, durchaus zu einem wohlwollenden Gegenvorschlag führen kann, vorausgesetzt natürlich, die Geehrten sind noch am Leben. Manchmal wird auch Vorkehrung getroffen, um für den Nachruf in eigener Sache die nötigen Inhalte bereitzustellen.

Hofmann bekundet für seine Helden viel Sympathie, für ihre Meriten und menschliche Schwächen, und er vermittelt uns seinen Respekt vor persönlichen Aufzeichnungen wie Tagebücher oder Briefe, die sich auch in den verwahrten Nachlässen befinden.

190 bemerkenswert gut ausgewählte Abbildungen begleiten die Kapitel und tragen wesentlich zur Veranschaulichung der für Laien manchmal sperrigen Materie bei. Wissenschaftsgeschichte braucht einen Vermittler wie Hofmann, der Fachkundigkeit und journalistisches Geschick auf eingängige Weise verbindet.

RE


Mehr von Thomas Hofmann:

Hintaus bei den Stadeln (Beitrag)

Weinparadies westliches Weinviertel (Nachwort)

Meeresstrand und Mammutwiese (gemeinsam mit Mathias Harzhauser und Reinhard Roetzel)

Es geschah im Mostviertel

Es geschah im Waldviertel

Wo die Wiener Mammuts grasten (mit Mathias Harzhauser)

Es geschah im westlichen Weinviertel

Es geschah im Weinviertel

Ziegelöfen und Lehmabbaue: Geschichte und Geologie (Beitrag)

Brünnerstraßler ABC

Aufkochen

3. Januar 2021

LEADER Region Weinviertel Ost (Hg.): Aufkochen. Alte Rezepte und Geschichten über das Leben im östlichen Weinviertel

Mit Texten von Wolfgang Galler und Fotos von Florentina Klampferer

Edition Winkler-Hermaden, 2020

176 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Hardcover

ISBN 978-3-9519804-5-4

Euro 24,90

www.edition-wh.at

http://www.kostbares–weinviertel.at/


Ein besonderes Projekt ist in ein Buch gemündet. Interviews mit Bewohner*innen der Alten- und Pflegeheime in Mistelbach, Poysdorf, Wolkersdorf und Zistersdorf förderten traditionelle Weinviertler Rezepte zu Tage. Auf Initiative des EU-Förderprojekts  LEADER Region Weinviertel Ost wurde gesammelt und von kundigen Bäuerinnen nachgekocht. Dazu wurde der Historiker Wolfgang Galler engagiert, um den Hintergrund zu Geschichte und Brauchtum des Essens zu beleuchten. Die Fotografin Florentina Klampferer setzte die Ergebnisse ins Bild.

Wir finden drei Kapitel, denen die präsentierten Kochrezepte zugeordnet werden: Essen im Jahresverlauf, also von Neujahr über Kirtag und Weihnachten bis Silvester. Essen im Lebenskreis, also von Geburt über Hochzeit bis Begräbnis und, als drittes Kapitel, Essen im Alltag. Da werden von Gemüse, Fleisch, Fisch und Wild über Erdäpfel bis Wein die wichtigen Nahrungsmittel der Region vorgestellt.

Galler bettet das Weinviertler Essen in das Umfeld von Brauchtum, wirtschaftlichen Grundlagen und der der Not gehorchenden strikten Regionalität ein. Die nachgekochten Speisen werden mit wohlarrangierten Fotos appetitlich präsentiert. Beim Durchblättern läuft einem nicht nur das Wasser im Mund zusammen, es kommen auch zahlreiche Erinnerungen an die eigene dörfliche Kindheit. Bröselnudeln mit Fisolen gehören heute noch zu meinen Lieblingsspeisen. Und Weinviertler Kirtagsbäckerei ist im mitteleuropäischen Vergleich unerreicht. Es darf aufgekocht werden.

RE


Mehr von Wolfgang Galler:

Schlacht & Schicksal

Straße und Handel – Siedlung unf Herrschaft

Hintaus bei den Stadeln (Beitrag)

KELLER.KULTUR.ERBE (mit Günter Fuhrmann)

Die Liechtenstein

Die Geschichte der Ulrichskirchner Müllerzunft

Das alte Wolkersdorf im Weinviertel

Jüdisches Niederösterreich (mit Christof Habres)

Straßengeschichte(n) (mit Stefan Eminger)

Unser täglich Brot

Weinviertel Kochbuch (mit Manfred Buchinger)

Die Pyramiden des Weinviertels

3. Januar 2021

Ernst Lauermann: Die Pyramiden des Weinviertels. Gräber sprechen, wo die Geschichte schweigt. Die Hügelgräber der Hallstattzeit

Edition Winkler-Hermaden, 2020

120 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Hardcover

ISBN 978-3-95019804-2-3

Euro 21,90

www.edition-wh.at


Die Pyramiden des Weinviertels – welch treffender Vergleich, denkt man sich, wenn man den Spaziergang vom Dorfzentrum in Großmugl bis zum etwas südlich davon gelegenen mächtigen Grabhügel macht. Und hier stellen sich die Fragen, die Ernst Lauermann in seinem Buch diskutiert: Wer hat diese pyramidenartigen Hügel errichtet? Wenn es Grabhügel sind, wer ist hier bestattet? Welche Bestattungsriten gab es? Wo lebten die Menschen, die diese Hügel bauten oder bauen ließen? Wo überall gibt es diese Grabhügel?

Ernst Lauermann, bis 2017 als Landesarchäologe des Landes Niederösterreich im Urgeschichtsmuseum Asparn an der Zaya tätig, prägte diesen Vergleich der großen heimatlichen Grabhügel mit den Pyramiden des alten Ägyptens. Er beschreibt im vorliegenden Buch zuerst die zeitliche Einordnung der Grabhügel in die Epoche der Hallstattzeit. Fachlich versiert zeichnet er einen Überblick über deren Kulturkreise. Der Leser wird zunächst in den Westhallstattkreis geführt, der mit eindrucksvollen Funden in Süddeutschland gut dokumentiert ist. Besonders die große stadtartige Keltensiedlung auf der Heuneburg, die möglicherweise schon vom griechischen Geschichtsschreiber Herodot als keltische Stadt Pyrene und Ursprungsregion des Istros (der Donau) erwähnt wurde, sowie die in dieser Gegend erforschten „Fürstengräber“ geben Einblick in eine reiche Kultur.  Anschließend beschreibt Lauermann die hallstattzeitlichen Grabhügel des Weinviertels und der Donauebene und deren Erforschung. Die auffälligen Hügel wurden bereits von frühen Archäologen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts untersucht, wenn auch nicht nach heutigen Kriterien. Schließlich erwähnt Lauermann auch Hügelgräber, die aus anderen Epochen stammen. Er erzählt von Grabberaubungen und von Sagen, die sich um die „Erdmugel“ ranken, wie zum Beispiel Geschichten von Königsbestattungen mit goldenem Wagen, was der Realität erstaunlich nahe kommen könnte.

Die im Weinviertel öfter anzutreffenden Flurbezeichnungen mit Le, Lewer oder Leberg sind ethymologisch aus dem Althochdeutschen herzuleiten, bedeuten Hügel oder Grabhügel und können Hinweise auf archäologische Spuren geben. Untersucht wird heutzutage weniger durch Grabung selbst als durch geomagnetische Erforschung größerer Flächen und damit Sammeln von Hinweisen auf Siedlungsspuren, die zielgerichtete Grabungen ermöglichen.

Dem Ausflügler, der staunend vor den Lebergen von Großmugel, Niederfellabrunn, Bernhardstal oder einem anderen Weinviertler Ort steht, kann also manche Frage beantwortet werden. Auch wenn vielerorts Schautafeln gute Information vermitteln, ist die Lektüre des vorliegenden Buches, das neben einem guten Überblick  viele Fotos und Grafiken bietet, jedenfalls zu empfehlen. Naturgemäß bleibt vieles offen und regt die Fantasie ebenso an wie den Spürsinn der Forscher.

Helga Dieberger


Mehr von Ernst Lauermann:

Der Michelberg

Die dunklen Jahrhunderte des Weinviertels

Archäologie des Weinviertels

Das frühmittelalterliche Hügelgräberfeld von Bernhardsthal

3. Januar 2021

Jiří Macháček – Peter Milo: Das frühmittelalterliche Hügelgräberfeld von Bernhardsthal

Mit Beiträgen von Wolfgang Breibert, Petr Dresler, Stefan Eichert, Anna Pankowská und Friedel Stratjel

(Archäologische Forschungen in Niederösterreich, Neue Folge, Band 7)

Herausgegeben von Franz Pieler und Armin Lausegger

Krems 2019

Bestellnummer: ISBN 978-3-903150-58-4

Preis: Euro 25,00

Bezugsquelle:

https://noe.gv.at/noe/Kunst-Kultur/Archaeologie_Publikationen.html


Hügelgräber in der Region werden in der öffentlichen Wahrnehmung meist mit den hier verbreiteten hallstattzeitlichen Anlagen assoziiert. Diese oft auch Jahrhunderte später als Landmarken dienenden monumentalen Grabanlagen zogen schon allein ob ihrer Dimensionen das Interesse auf sich. So ranken sich um sie vielfältige Sagen, mit denen man versuchte, ihre Entstehung zu erklären. Vielfach wurden sie als Wahrzeichen auch identitätsstiftend für die Bevölkerung der umliegenden Orte, man denke nur an Großmugl, und in weiterer Folge auch zur touristischen Bewerbung herangezogen. So bringt es der mittlerweile pensionierte niederösterreichische Landearchäologe Ernst Lauermann auf den Punkt, wenn er sein neuestes Werk, das hier ebenfalls noch zur Besprechung gelangen wird, mit dem Titel „Die Pyramiden des Weinviertels“ versah.

Ungleich weniger Beachtung wurde ihren „kleinen Geschwistern“ – den frühmittelalterlichen, slawischen Hügelgräbern zuteil, wenn auch unberechtigterweise. Obwohl sie bei weitem nicht diese Ausmaße erreichten und heute in der Landschaft mit freiem Auge faktisch nicht zu erkennen sind, stellen sie eine wissenschaftliche Quelle von unschätzbarem Wert dar und erzählen ihre Geschichte. Diese Geschichte wurde 2019 für ein solches Hügelgräberfeld, nämlich jenes von Bernhardsthal, zwischen zwei Buchdeckel gebannt. Wobei hier gleich erwähnt sei, dass in den vielfältigen Beiträgen, die in diesem Band vereint sind, der Blick auch auf andere ähnliche Anlagen in der näheren und weiteren Umgebung gerichtet wird.

Der Großteil des Fundmaterials der Grabungen in den Jahren 2013/14, die der Untersuchung zu Grunde liegen, führt in die Zeit des 7. und 8. Jahrhunderts, und datiert somit noch vor der Zeit der Machtentfaltung des Mährischen Reiches, dessen Bedeutung für die Geschichte des Weinviertels kaum überschätzt werden kann. In kleinerem Rahmen liegt jedoch auch Material vor, das bereits in diese Zeit, also in das 9. Jahrhundert fällt. Die Untersuchungen der Grabhügel mit ihren Bestattungen sowie der Begräbnisriten wird auch in den Kontext der Besiedlung im Umfeld gestellt, auch jenseits des österreichischen Staatsgebietes. Die heutige Grenzlage des Ortes ist ja eine, vom historischen Blickwinkel aus betrachtet, vergleichsweise junge Erscheinung. So sei nur auf die Lage des Hügelgräberfeldes von Bernhardsthal in nächster Nähe zur Siedlungsagglomeration von Pohansko verwiesen. Nicht zufällig standen die Grabungskampagnen in Bernhardsthal im Zeichen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen der Masaryk Universität Brno und dem Land Niederösterreich, welche sich auch im Reigen der Autorinnen und Autoren vorliegender Publikation widerspiegelt.

Abschließend sei noch auf die reiche Bebilderung verwiesen, mit der alle Beiträge illustriert sind und die auch bei Nicht-Fachleuten zum Verständnis der Materie beiträgt.

Wolfgang Galler

Mühlen an der Zaya

27. November 2020

Gerold Esser und Gerhard A. Stadler: Mühlen an der Zaya. Bauform Technik Geschichte

Unter Mitwirkung von Doris Berl, Dmitri Egorov, Celine Klipfel, Jelena Madzaric, Suchon Malllikarmal, Stefy Popovici, Ana Lutgart Tincu, Petre Tiberius Trifan, Mirela Weber-Andreşcov

Hardcover, zahlreiche Abbildungen, eine Karten-Beilage, 478 Seiten

Verlag Bibliothek der Provinz, 2018

ISBN 978-3-99028-627-2   EURO 38.-

https://www.bibliothekderprovinz.at/buch/7351/


Die Zaya ist ein im östlichen Weinviertel von West nach Ost verlaufender Fluss, der in den Leiser Bergen entspringt und bei Drösing in die March mündet. Wobei die Zaya in den 60 Kilometern, die sie bis zur Mündung zurücklegt, nie wirklich zu einem Fluss wird. Von einem Gerinne zu einem Bach geworden ergießt sie sich bestenfalls als Flüsschen in die March. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache eines unglaublich dichten Mühlenbestandes. 44 Mühlen werden vorgestellt, das bedeutet über eine Strecke von 60 Kilometern durchgerechnet eine Mühle pro 1,3 Kilometer!

Gerold Esser und Gerhard A. Stadler, beide zum Zeitpunkt des Entstehens des Buches Lehrende am Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege an der Technischen Universität Wien, haben sich zur Aufgabe gestellt, die Zayamühlen im Rahmen eines Forschungsseminars mit Studierenden zu dokumentieren. Im Sommersemester 2013 fand die Vorort-Erhebung statt.

Die Mühlen werden vom Ursprung bis zur Mündung der Reihe nach dargestellt. Immer nach dem gleichen Schema wird zuerst die Bausubstanz beschrieben, dann wird der Standort mit historischem Kartenmaterial nachverfolgt und mit der bestehenden Substanz verglichen. Schließlich wird kursorisch die Geschichte des Objekts angerissen und ein Steckbrief erstellt, der Quellen, Literatur und Kontaktpersonen nennt.

Um das Ergebnis vergleichbar zu machen, werden die Standorte nach einem Punktesystem mit fünf möglichen Punkten bewertet. Ein Punkt meint: Standort mit nur noch spärlichen baulichen Überresten, fünf Punkte bedeuten: komplett erhalten beziehungsweise noch in Betrieb. Dazwischen wird abgestuft. Damit entsteht eine Übersichtlichkeit, für die der Leser/die Leserin sehr dankbar ist. Vielfach gibt es nämlich keinen einheitlichen Namen, in der Überlieferung kursieren oft mehrere Bezeichnungen für ein Objekt oder die gleiche Bezeichnung für mehrere Objekte.

Das Mühlensterben nach dem Zweiten Weltkrieg hat den größten Teil des Bestandes zu Ruinen werden lassen. Von den 44 Objekten sind es gerade vier, die fünf Punkte erreichen. Umso wertvoller ist die systematische Erfassung, die Ausgangspunkt für weitere Forschung darstellt. Die wirtschaftliche Bedeutung, die gesellschaftliche Stellung, die Familiengeschichten der Zaya-Müller sind kaum erforscht.

Es handelt sich um Wassermühlen, nahe dem Ursprung eher um Teichmühlen, dann um Flussmühlen, es waren Mühlen zum Vermahlen von Getreide, aber auch, wie en passant mitgeteilt wird, zum Sägen von Holz und zum Walken von Leder und Tuch, immer ohne konkrete Angaben. Die Mühlengeschichte(n) sind also noch zu schreiben.

Beigelegt ist eine Karte, die für eine Vorort-Erkundung gute Dienste leistet. Den Autoren ist zu danken, dass die Seminararbeit nicht im Elfenbeinturm der Universität verblieben ist. Der Verlag Bibliothek der Provinz hat aus dem zunächst trocken erscheinenden Thema ein Buch mit ansprechendem Mix aus Text, Bild und Grafik geschaffen, das für jeden Weinviertel-Interessierten auch ohne wissenschaftlichen Anspruch gut benützbar ist.

RE


Mehr von Gerold Esser:

Kulturlandschaft der Kellergassen

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Kellergasse Loamgstettn

Schlacht & Schicksal

26. Oktober 2020

Wolfgang GALLER (Redaktion): Schlacht & Schicksal. 1278 – Jedenspeigen im Brennpunkt Mitteleuropas

Begleitpublikation zur Dauerausstellung im Schloss Jedenspeigen

Broschur, 36 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

Eigenverlag Marktgemeinde Jedenspeigen, 2020

Erhältlich im Schloss Jedenspeigen und am Gemeindeamt Jedenspeigen

Euro 10.- (excl. Porto)

Bestellmöglickkeit:                                                                                                          Martkgemeinde Jedenspeigen                                                                                                             Bahnstraße 2, 2264 Jedenspeigen, Tel: 02536/8224                            gemeinde@jedenspeigen.gv.at


2019 wurde im Schloss Jedenspeigen im Rahmen eines EU-Projektes eine neue Dokumentation über die denkwürdige Schlacht von 1278 gestaltet. In dieser Schlacht, die auf dem Feld zwischen Dürnkrut und Jedenspeigen geschlagen wurde, kämpfte Rudolf von Habsburg gegen den Böhmenkönig Ottokar II. Přemysl um das Erbe der österreichischen Babenberger. Ottokar unterlag und verlor in der Schlacht sein Leben. Damit nahm die über 600 Jahre – bis 1918 – währende Habsburgerherrschaft in Österreich ihren Anfang.

Die Ausstellung zeichnet geschickt die politische Lage der Zeit nach. In Mitteleuropa rangen der Böhmenkönig, das Deutsche Reich und Ungarn um die noch nicht festgelegten Einflußsphären. Tatsächlich hatten die Spannungen nach dem Aussterben der Babenberger mehr und mehr zugenommen und die Lage spitzte sich zu, als die deutschen Fürsten den Schwaben Rudolf von Habsburg zum Deutschen König wählten. Rudolf und Ottokar beanspruchten das Babenbergische Erbe.

Die Dokumention stellt uns die handelnden Personen und ihren HIntergrund vor. Aufgezeigt wird die wichtige Rolle der Ungarn, die auf Rudolfs Seite kämpften und wesentlichen Anteil am Ausgang der Schlacht hatten. Wir erleben, geführt vom kundigen Team der Ausstellungsmacher Günter Fuhrmann und Wolfgang Galler, den schicksalshaften 26. August 1278 von der Truppenaufstellung am frühen Morgen über den Schlachtverlauf bis zum Tod des Böhmenkönigs.

In den letzten Räumen erfahren wir vom Nachleben des Ereignisses, in der Musik, in der bildenden Kunst, in der Literatur. Die Deutungen sind je nach Standpunkt ganz unterschiedlich. Der Tscheche Alfons Mucha zeigt in seinem Bilderzyklus „Slawisches Epos“ einen verklärten Ottokar, während Grillparzer in seinem Stück „König Ottokars Glück und Ende“ einen edlen Rudolf zeichnet, der den bösen Böhmenkönig niederringt.

Die Ausstellung arbeitet in thematisch angelegten Räumen mit Schautafeln, die sich durch knappen Text und gut gewähltes Bildmaterial auszeichnen, sodass das Risiko zu ermüden gering bleibt und wir den Höhepunkt „Schlacht“ gut vorbereitet und mit Spannung erleben können. Dem gewichtigen Titel „Schlacht & Schicksal“, eine an Richard Wagner erinnernde Alliteration, trägt die Ausstellung ohne großes Pathos Rechnung.

Noch zwei Anmerkungen: Zur Historienmalerei des 19. Jahrhunderts, die tatsächlich viel Pathos in sich trägt und zahlreich als Bildmaterial verwendet wird, fehlt der kritische Kommentar, der diese Werke in ihren Zeitkontext stellt. Und: Die digital animierte Rekonstruktion der Schlacht auf einer überdimensionalen Projektionswand ist eine eindrucksvolle Installation, allerdings, wie offenbar eine Schlacht so ist, eher unübersichtlich.

Das Schloss bietet nach der geschlagenen Schlacht eine erholsame Vinothek, in der es nicht nur Jedenspeigner, sondern auch slowakische Weine zu verkosten gibt. Das ist auch die Gelegenheit, die gut gemachte Begleitpublikation, die in verdichteter Form die Ausstellungstexte versammelt, durchzublättern.

RE

Bildstöcke Wegkreuze Kapellen

30. September 2020

Ferdinand ALTMANN: Bildstöcke Wegkreuze Kapellen und andere Markierungen der Landschaften im Weinviertel

Hardcover, 156 Seiten

ca. 380 Bilder von 270 Objekten

Eigenverlag Kulturbund Weinviertel, 2020

ISBN 978-3-200-07066-0   EURO 25.-

Kulturbund Weinviertel , Museumsgasse 4, 2130 Mistelbach

office@kulturbundwv.at    mobil  0676/4877395


Der Altmeister der Weinviertler Kulturszene legt ein sehr schönes Buch vor. Er zeigt uns die Fülle an Kleindenkmälern, die das Weinviertel landauf landab markiert. Mit seinen 270 meist selbst fotografisch dokumentierten Objekten liefert er ein anschauliches Extrakt der wohl schönsten Wegzeichen. Es gibt nicht nur Fotos, es gibt durchaus auch Recherche, die manchen Hintergrund zu den meist kaum in den Quellen fassbaren Zeichen liefert. Die frühesten Objekte stammen aus dem Mittelalter, manchmal datiert, manchmal auch mit dem Namen eines Stifters versehen und oft mit einer schönen Geschichte verbunden. Die Bilder werden mit Text und Lyrik grafisch verdichtet und nehmen uns mit  auf eine unterhaltsame Reise.

Nicht immer scheint alles belegbar, was uns erzählt wird. Die Fülle an Zuordnungen als Pestdenkmal oder Platz eines Pestfriedhofes erstaunt den unbedarften Leser, weil die Quelle zu den Angaben kaum geliefert wird. Auch die Vequickung von Kuruzzen und Türken, die manchmal austauschbar als Hintergrund für ein Denkmal herangezogen werden, nimmt literarischen Charakter an. Dafür baut er geschickt passende Lyrik der Größen Weinviertler Heimatdichtung ein und liefert damit den unverwechselbaren Altmann-Mix, der zu seinem Markenzeichen geworden ist.

Er hat als Urgestein der Weinviertel – Erweckung seit den 1980er Jahren mit einer Reihe bahnbrechender Publikationen ganz entscheidenden Anteil gehabt, dass die Region aus ihrem Dornröschenschlaf gerüttelt wurde. Bis heute gibt er „seine“ Kulturnachrichten aus dem Weinviertel heraus, die in ebenso unverwechselbarer Weise eine Mischung aus Fotoheft, Heimatgeschichte, Kunstgeschehen und Literarischem in schöner Regelmäßigkeit eine unverzichtbare Weinviertel – Melange ins Haus liefern.

Ferdinand hat wohl jahrzehntelang an der Stoffsammlung gearbeitet und es ist ihm zu danken, dass er uns auf kompakte Weise die merkwürdigen Zeichen in der Landschaft näherbringt.

Bei weiterem Interesse an Kleindenkmälern sei unter anderem auf die Homepages www.kleindenkmal.at und www.marterl.at sowie auf das Buch „Antennen zwischen Himmel und Erde“ verwiesen.

RE