KELLER.KULTUR.ERBE.

15. September 2017

Günter FUHRMANN, Wolfgang GALLER: KELLER.KULTUR.ERBE. Vom ersten Weinkeller bis zu den Kellergassen im Weinviertel.

Format A4, geheftet, Farbumschlag, 72 Seiten, 83 Abbildungen

Driesch Verlag, 2017.

ISBN 978-3-902787-46-0 EURO 14,80

http://www.drieschverlag.org/

Das Duo Günter Fuhrmann und Wolfgang Galler hat sich um das historische PoysdorfFuhrmannGallerKeller.Kultur.Erbe bereits einen guten Namen gemacht. Die „Wein- und Traubenwelt im VINOVERSUM Poysdorf“, Erlebnismuseum um Weinbau und Weinhandel, wurde von den beiden konzipiert und eingerichtet. Die Sonderschau 2017 mit dem Titel KELLER.KULTUR.ERBE geht der Geschichte der Weinkeller von den Anfängen in der Antike bis zu den Kellergassen des Weinvietels nach, von denen es allein in Poysorf 30 !! gibt.

Fuhrmann und Galler haben dazu eine gleichnamige Broschüre vorgelegt, die reich bebildert eine Tour d’horizon zum Thema bietet. Es wird berichtet über die Amphore der Griechen und Römer als Transport- und Lagermedium über den heute wieder in Mode gekommenen Amphorenwein, der bis heute in Georgien Tradition hat, und natürlich das Weinfass als Lagerbehältnis, das bereits von den Römern verwendet wurde. Entsprechende archäologische Spuren über Vorratskeller von der Antike bis zum Mittelalter werden nachgezeichnet. Dann geht die Reise in das unterirdische Wien, zu den Kelleranlagen von Retz bis zu den Herrschaftskellern, die, so meinen dieAutoren, Vorbilder waren für die Entstehung der Kellergassen. In einem Abstecher zur Gegenwart der weltweiten Weinkultur werden moderne „Kathedralen des Weins“ gezeigt, von Frankreich über Spanien, Italien, Kalifornien, Kanada bis Moldavien, wo das sowjetische Reich riesige Kelleranlagen errichten ließ.

Der zweite Teil berichtet über die Geschichte der Kellergassen, nicht nur des Weinviertels. Das Team wird auch fündig in Tschechien, Ungarn und Deutschland. Kernstück ist aber doch das Weinviertel, das seinen Kellergassen durchaus ein Alleinstellungsmerkmal zuerkennen und sie dementsprechend touristisch vermarkten darf. Die Typen, die Baudetails, die gelegentlich vorkommende Kombination von Presshaus und Schüttkasten und vieles mehr, das alles nicht mehr ganz unbekannt ist, führt schließlich nach Poysdorf. Der tatsächlich in einmaliger Dichte vorzufindende Bestand der Weinstadt wird kundig vorgestellt und mündet in einen Ausblick in Richtung Weltkulturerbe, wobei die Zuerekennung noch aussteht.

Das attraktive Layout stammt von Thomas Reinagl, der Driesch-Verlag, angesiedelt in Drösing, hat neuerlich ein ansprechendes Werk im Sortiment. Der Broschüre sei weite Verbreitung gewünscht, wobei sie den Besuch in Poysdorf nicht ersparen soll.

RE

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Archäologie des Weinviertels.

5. Juni 2017

Ernst LAUERMANN: Archäologie des Weinviertels. Von Steinzeitjägern bis zu den Kelten.

Unter Mitarbeit von Volker Lindinger und Renate Heger

120 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Hardcover

Edition Winkler-Hermaden, 2017.

ISBN 978-3-9504274-5-5   EURO 19,90

http://www.edition-wh.at/

Der wissenschaftliche Leiter des Urgeschichtsmuseums MAMUZ in Asparn an der ZayaLauermannArchäologie28.5.2017 unternimmt mit zwei MitarbeiterInnen einen Streifzug durch die Urgeschichte von der Altsteinzeit bis zum Ende der Keltenzeit um Christi Geburt. Dazu gehören die Jungsteinzeit, die Kupferzeit, die Bronzezeit mit ihren verschiedenen Epochen und die Eisenzeit, die von 800 vor Christi bis zur Zeitenwende reicht. Die wichtigsten Epochen der Eisenzeit sind die Hallstattzeit und die sogenannte Laténe-Zeit, in der die Kelten aufgetreten sind. Damit umfasst die Darstellung fast 40.000 Jahre Menschheitsgeschichte, an deren Beginn es noch ein Nebeneinander von Homo sapiens und Neandertalern gab.

Das Team um Lauermann fokussiert in prägnanter Darstellung das urgeschichtliche Weinviertel und zeigt anschaulich und übersichtlich, dass in der Region seit Anbeginn menschliche Spuren nachweisbar sind. Der Ort Stillfried an der March etwa weist als große Besonderheit eine durchgängige Besiedlung auf. Bedeutende jungsteinzeitliche Kreisgrabenanlagen, die rätselhaften Hortfunde der Bronzezeit und die eindrucksvollen Grabhügel der Fürstengräber aus der Hallstattzeit belegen, wie attraktiv das sanftwellige Hügelland des Weinviertels in der Urgeschichte gewesen ist.

Das letzte Kapitel, die Keltenzeit, wartet mit Forschungsergebnissen der Siedlungen in Haselbach, auf dem Oberleiserberg und vor allem von der Keltenstadt um Roseldorf auf, die einen der Forschungsschwerpunkte des letzten Jahrzehnts dargestellt haben. Seit der Landesausstellung „Brot und Wein“ 2013 ist Asparn neu aufgestellt und vermittelt gemeinsam mit dem Ausstellungszentrum Mistelbach als MAMUZ (Mistelbach-Asparn MUseumsZentrum) mit Ausstellungen und Veranstaltungen das unglaublich reiche Erbe des Weinviertels. Gerade diese Vermittlung findet ihre Fortsetzung in der vorliegenden Publikation, die reich bebildert und laienverständlich das Vorleben der Region der interessierten Leserin auf angenehme Art näherbringt. Die Edition Winkler-Hermaden hat in bewährtem Format und in gekonntem Mix aus Bild und Text einen neuen Baustein zur Weinviertelbibliothek beigesteuert.

RE

Das alte Stockerau.

24. März 2017

Maria-Andrea RIEDLER: Das alte Stockerau. Die Stadt und ihre Geschichte in Bildern.

96 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Hardcover

Edition Winkler-Hermaden, 2016.

ISBN 978-3-95041199-9-3   EURO 14,95

http://www.edition-wh.at/

Der Verlag hat eine kundige Autorin gefunden, Frau Maria-Andrea Riedler, StockerauRiedler22.01..2017Fremdenführerin und Stadtamtsdirektorin, wie uns der Klappentext verrät. Frau Riedler bietet mit ihren Bildtexten dem Bilderbuch einen kompetenten Hintergrund, der die Geschichte der Stadt vor allem vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1930er Jahre auf genussvolle Weise erschließt. Stockerau ist eine für Weinviertler Verhältnisse „alte“ Stadt (Stadterhebung 1893) und ist – mitten im Speckgürtel um Wien gelegen – zur größten Stadt des Weinviertels geworden. Im Laufe der letzten 180 Jahre wurde sie zur Garnisonsstadt mit mehreren Kasernen und zum Standort vielfältiger Industrie und Gewerbe, wie der Maschinenfabrik Heid, der ersten Ceresinfabrik – ein Leuchtmittel, das die Wachskerze abgelöst hat -, einer Seifen- und Fetterzeugung etc. Darüber hinaus entwickelte sich Stockerau zur Schulstadt und zum Standort eines Krankenhauses.

Wieder versammelt der Band, wie schon bei den anderen Städteportraits dieser Reihe (Wolkersdorf, Hollabrunn/Korneuburg/Deutsch-Wagram, Mistelbach, Gänserndorf), gut ausgewähltes Bildmaterial, das zum Teil erstmals veröffentlicht wird. Quellen sind private Sammler und das Stadtarchiv. Wer über die Geschichte der Stadt etwas erfahren möchte, dem sei das Bilderbuch wärmstens empfohlen, da stimmen Preis und Qualität auf erfreuliche Weise zusammen.

RE

Das alte Gänserndorf.

3. Februar 2017

Gerhard ANTL: Das alte Gänserndorf. Vom Bauerndorf zur Stadt.

96 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Hardcover

Edition Winkler-Hermaden, 2016.

ISBN 978-3-9504274-0-0   EURO 14,95

http://www.edition-wh.at/

Gänserndorf, publizistisches Mauerblümchen unter den Bezirkshauptstädten des
Weinviertels, ist die Stadt, in der der dörfliche Hintergrund historisch noch am wenigsten lang zurückliegt. Gerhardga%cc%88nserndorfantl22-01-2017 Antl, Historiker, seit Jahrzehnten aktiv im Museum in Stillfried an der March und Schuldirektor in Gänserndorf hat eine Sammlung von Altfotos nützen können, die im Stadtarchiv bewahrt wird. Durchaus kenntnisreich zeichnet er die Entwicklung besonders der letzten 120 Jahre nach. Gänserndorfs rasanter Aufstieg vom Dorf zum Zentrum des Marchfeldes wird dem Leser anschaulich vermittelt. Erst 1958 erfolgte die Stadterhebung. Dem Autor darf durchaus für abwechslungsreiche Bildauswahl und kundige Texte ein Kompliment ausgesprochen werden. Wie bereits an anderer Stelle befunden, bietet die Edition Winkler-Hermaden das passende Format.

RE

Das alte Mistelbach.

3. Februar 2017

Josef BAUER, Günter HOLLAUS, Karl KLEIBL, Hubert LOIBL und Oskar STEINER: Das alte Mistelbach und seine Katastralgemeinden in früherer Zeit.

96 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Hardcover

Edition Winkler-Hermaden, 2016.

ISBN 978-3-9504199-8-6   EURO 14,95

http://www.edition-wh.at/

Die Autoren, Mitarbeiter des Stadtmuseumsarchivs Mistelbach, sind ein bewährtes Team.mistelbachhollausloibl22-01-2017 Seit vielen Jahren bemühen sich die fünf Herren ehrenamtlich um die Stadtgeschichte, sammeln, publizieren und bespielen Ausstellungen. Ihr weitgehend selbst zusammengetragenes Bildmaterial und ihre Kompetenz bei der Erstellung der Bildtexte machen das Buch über das alte Mistelbach und seine Katastralgemeinden zu einem historischen Spaziergang von besonderer Güte. Die meist unveröffentlichten Altfotos und die bemerkenswerte Textqualität geben trotz einer Reihe ähnlicher Publikationen der letzten Jahrzehnte dem neuen Werk seine unbestreitbare Existenzberechtigung. Die Edition Winkler-Hermaden bietet dazu das passende Format.

RE

Es geschah im Waldviertel.

24. Januar 2017

Thomas HOFMANN: Es geschah im Waldviertel. Neuigkeiten und Bilder von damals.

Mit einem Vorwort von Erich Rabl

124 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Matt cellophanierter Pappband

Edition Winkler-Hermaden, 2016.

ISBN 978-3-9504199-6-2   EURO 19,90

http://www.edition-wh.at/

Die „Neuigkeiten und Bilder von damals“ werden uns in dem neuen Band aus dem Waldviertel geliefert. Nach den erfolgreichen Weinviertelbüchern („Es geschah im Weinviertel. Östliches Weinviertel und Marchfeld.“ „Es geschah im westlichen Weinviertel.“) hat Thomas Hofmann seine Erkundungen ausgeweitet. Geworden ist es hofmann-es-geschahwaldviertel08-01-2017wieder eine sehr kurzweilige Zeitungsartikelsammlung aus den letzten 200 Jahren und eine außerordentlich ansprechende Bebilderung, die punktgenau zum Text eine historische Abbildung bietet. Hofmann hat gründlich recherchiert. Das Portal „anno“ der Österreichischen Nationalbibliothek schafft die Voraussetzung dazu. Das Material ist vom Autor thematisch gebündelt und kapitelweise mit einen Überblickstext versehen worden, womit der Leser eingestimmt wird auf das, was ihn erwartet. Die Themen sind ganz ähnlich wie im Weinviertel, entscheidend ist dabei natürlich die regionale Note. Es geht um Kaiser und Kommunisten, um klerikales Leben, um Einbrecher, Sommerfrischler, Naturkatastrophen und so weiter.

Das Vorwort hat Erich Rabl verfasst, der Doyen der Waldviertler Regionalgeschichte und langjähriger Herausgeber des „Waldviertels“, Kulturzeitschrift seit fast 100 Jahren mit nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Region.

Gut gemacht hat es wieder einmal der Verlag Edition Winkler-Hermaden. Aus dem typischen Querformat mit Hardcover – für die Kombination Text/Bild bestens geeignet und wiedererkennbar gelayoutet – ist mittlerweile ein Markenzeichen geworden.

RE

Die Liechtenstein.

11. Januar 2017

Wolfgang GALLER: Die Liechtenstein. Grundherren und Landwirtschaftsreformer im nordöstlichen Niederösterreich und im angrenzenden Mähren.

44 Seiten, Format A4, geheftet, Farbumschlag, 24 Abbildungen

Driesch Verlag, 2016.

ISBN 978-3-902787-44-6 EURO 15.-

http://www.drieschverlag.org/

Wolfgang Galler liefert zu der Ausstellung „Die Fürsten von Poysdorf“ im Stadtmuseum „Vino Versum“ eine Zusammenstellung der Liechtensteinischen Reformansätze in den unterschiedlichen Bereichen der Landwirtschaft. Der Bogen spannt sich vom 16. galler-liechtenstein08-01-2017Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg. Weinbau spielte in den fürstlichen Gütern im nordöstlichen Weinviertel und in Südmähren eine große Rolle. Wichtige Verbesserungen der Weinproduktion kamen etwa vom Reformer Gundakar von Liechtenstein im 17. Jahrhundert. Ein Meilenstein im 19. Jahrhundert war die Gründung der Acker-, Obst- und Weinbauschule in Feldsberg (1873). Die mährischen Besitzungen gingen nach 1945 an Tschechien verloren, wo die Schule aber bis heute weiterbetrieben wird. Die liechtensteinische Hofkellerei in Wilfersdorf, modern ausgestattet, versorgt Fürst und Fürstentum mit Qualitätsweinen aus dem Weinviertel.

Weitere Initiativen durch die Jahrhunderte gab es im Bereich der Pferdezucht. Da erlangten die Liechtensteinischen Züchter in Eisgrub und Hohenau internationalen Ruf. Schafzucht, Milchwirtschaft, Ziegenhaltung, Seidenraupenzucht, Forstwirtschaft, Einführung neuer Pflanzen wie etwa den Erdapfel: in vielen Bereichen der Landwirtschaft waren sie Vorreiter. Besonders Ende des 19. Jahrhunderts war die landwirtschaftliche Fortbildung ein großes Thema.

Galler gibt ein Panorama der Aktivitäten, die auf die Landwirtschaft der Region prägenden Einfluß ausübten. Bemerkenswert sind die baulichen Zeugen, die sich bis heute erhalten haben, wie Zehentkeller, Schüttkästen, Stallungen, Mustergutshöfe. Mit der Broschüre gibt uns der Autor einen Leitfaden in die Hand, mit dem die Gegend – kompetent kommentiert – erkundet werden kann.

RE

 

Publikationen von Wolfgang Galler mehrfach in diesem Blog vorgestellt:

Lebensbilder Pillichsdorf. (2015)

Die Geschichte der Ulrichskirchner Müllerzunft. (2014)

Das alte Wolkersdorf im Weinviertel. (2014)

Jüdisches Niederösterreich Entdeckungsreisen. (mit Christof Habres, 2013)

Straßengeschichte(n). (als Herausgeber mit Stefan Eminger, 2013)

Unser täglich Brot. (2013)

Weinviertel Kochbuch. Tradition. Kultur. Küche. (mit Manfred Buchinger, 2011)

 

Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya.

12. Juni 2016

Rudolf FÜRNKRANZ: Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya. Von den Anfängen bis 1600.

Edition Weinviertel, 2016

Gebunden, 304 Seiten, 67 Abbildungen

ISBN 978-3-902589-62-0

Euro 24.20

www.edition-weinviertel.at

Rudolf Fürnkranz, Stadthistoriker von Laa an der Thaya, fügt mit dem vorgelegten Werk einen weiteren großen Baustein zu seiner monumentalen Stadtgeschichte hinzu: „Von den Anfängen bis 1600“. Der Band „1800 – 2000“ liegt bereits in der zweiten Auflage vor. Die noch fehlenden Jahrhunderte 1600 – 1800 werden bestimmt folgen, dem Autor sei für den Abschluss seines großen Alterswerks von Herzen Gesundheit und Kraft gewünscht.

Fürnkranz durchforstet nach einem Vorspann zur Ur- und Frühzeit die Geschichte der Stadt seit ihrer Gründung durch den Babenbergerherzog Leopold VI um 1207. Fürnkranz.LLThaya10.4.2016Laa ist als Grenzfestung gegen die Böhmen angelegt worden, möglich geworden durch Mittel aus dem enormen Lösegeld für die Freilassung von Richard Löwenherz. Wir begleiten den Autor durch die Böhmenherrschaft bis zur Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen 1278, durch die Zeit der Machtübernahme der Habsburger, durch Katastrophen mit Hunger und Pest im 14. Jahrhundert, durch die Hussiteneinfälle, durch die vorübergehende Übernahme der Stadt durch den Ungarnkönig Mathias Corvinus 1486.

Die reichen Pfründe der Pfarre Laa haben ihr immer wieder prominente Pfarrherrn beschert, wie etwa den Astronomen Johannes von Gmunden. Nicht bestätigt werden konnte die alte Legende, dass Aeneas Silvius Piccolomini, der spätere Papst Pius II, Pfarrherr in Laa gewesen sei. Noch in meiner Laaer Gymnasialzeit wurde das wenig schmeichelhafte Bonmot, das von Piccolomini gestammt haben soll, im Geschichtsunterricht erzählt: „Venedig und Laa haben etwas gemeinsam: Während Venedig im Wasser versinkt, versinkt Laa im Sumpf.“

Erzählt wird weiters von Judenverfolgung, von den religiösen Wirren des 16. Jahrhunderts mit zunehmender Verbreitung des Protestantismus, von den Wiedertäufern, die zwar als ausgezeichnete Handwerker von manchen Herrschaften geduldet wurden, im Zuge der Gegenreformation aber doch der Vertreibung nicht entrinnen konnten. Auf der Ruine Falkenstein wird an das Schicksal der heute in den USA noch fortbestehende Glaubensgemeinschaft erinnert. Anfgang des 17. Jahrhunderts ist Laa, wie das ganze Weinviertel, wieder katholisch (gemacht) geworden.

Fürnkranz hat als Ein-Mann-Projekt eine beeindruckende Leistung vorgelegt. Als ausgebildeter Historiker vom alten Schlag ist er ein Glücksfall für die Stadt, der Streifzug durch die ganze abendländische Geschichte, fokusiert auf „sein“ Laa, ist eine mehr als lesenswerte Visistenkarte für eine Stadt mit viel Vergangenheit.

RE

 

Verschwundenes Weinviertel.

7. Juni 2016

Karl und Martin ZELLHOFER: Verschwundenes Weinviertel. Über Greißler und Wirtshäuser, Kinos und Schulen, Bahnhöfe und Ziegelwerke, die es nicht mehr gibt

Edition Winkler-Hermaden, 2016.

ISBN 978-3-9503952-2-8   EURO 19,90

http://www.edition-wh.at/

Vater und Sohn Zellhofer, 2014 hervorgetreten mit der Monografie über die Eisenbahnstrecke Korneuburg-Ernstbrunn „Über den Weinviertler Semmering“, bieten hier einen Bilderreigen über das im Verschwinden begriffene Weinviertel.ZellhoferVerschwundenesWeinviertel29.05.2016 Mit viel Spürsinn und anschaulichen Interviews wird die zunehmend verlorengegangene Infrastruktur einer Region fotografisch und beschreibend festgehalten. Wie im Titel bereits aufgelistet, sind es nicht nur der vielzitierte Greißler und das Wirtshaus, die im Dorf für immer zugesperrt haben. Der Fokus ist auf die ganze Bandbreite des Kleingewerbes, von Kino bis Ziegelwerk, gerichtet. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen, all diese Relikte einer anderen Zeit ausfindig zu machen.

Die Berichte von ZeitzeugInnen, die den Kapiteln vorangestellt werden, veranschaulichen umso mehr die schmerzlichen Einbußen in den Jahrzehnten seit den 1950er Jahren. Es entsteht aber auch viel Romantik beim Durchblättern, der morbide Charme der gekonnt abgelichteten Objekte hat duchaus seinen Reiz. Und, wie die Zellhofers im Vorwort betonen, geht es nicht vorrangig um Verlust, sondern um Veränderung, aus der durchaus Neues zu erwarten ist. Wie schon so oft bei der Edition Winkler-Hermaden stimmen Qualität und Preis. Dem Buch darf viel Publikum gewünscht werden.

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Mein Weinviertel.

20. Mai 2016

Mein Weinviertel.

Anthologie – Literaturedition NÖ

hrsg. von Wolfgang Kühn
mit Bildern von Irena Racek

340 Seiten, gebunden

ISBN 978 3 902717320

Verlag Literaturedition NÖ 2016

24 Euro

Der Verlag der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich – die Literaturedition Niederösterreich – dokumentiert mit seinen Publikationen das vielfältige literarische Schaffen niederösterreichischer Autorinnen und Autoren. Folglich wurde bereits 2014 eine Anthologie-Reihe begonnen, die jeweils einem Viertel des Landes gewidmet ist.IMG_20160516_214009

Als bereits drittes Viertel, nach dem Wald- und dem Mostviertel, erschien nun auch mit „Mein Weinviertel“ ein Konglomerat aus 22 Texten, verfasst von Autorinnen und Autoren, die auf unterschiedlichste Weise mit dem Viertel unter dem Manhartsberg verbunden sind.

So unterschiedlich der persönliche Zugang zum Weinviertel ist, so unterschiedlich sind auch die beigesteuerten literarischen Werke der Autorinnen und Autoren. Von Kurzgeschichten, Liebeserklärungen, Gedichten bis hinzu Kindheitserinnerungen findet der Leser ein breites Spektrum an Schaffenskunst vor, das zusätzlich noch durch Bilder der Künstlerin Irena Racek bereichert wird.

Alles in allem eine kurzweilige und interessante Lektüre für Weinviertel-Kenner, oder jene, die sich gerne einen Überlick über die literarische Vielfalt im und um das Weinviertel verschaffen möchten.

MF